Schon frei
Janaka fragt, wie Freiheit zu erringen sei, und erfährt, dass nichts errungen werden muss. Offen bleibt, ob ein Mensch aus dieser Freiheit heraus leben kann statt auf sie hin.
Freiheit ist für den Aṣṭāvakra der Gītā kein Zustand am Ende einer Disziplin, sondern eine Tatsache, die man für ihr Gegenteil hält. Das Selbst ist Zeuge von Körper, Geist und Elementen, weder Handelnder noch Genießender, und die Welt erscheint darauf wie eine Schlange auf einem Seil in der Dämmerung. Gegen jeden Weg allmählicher Mühe erklären die Verse schon den Glauben, gebunden zu sein, zur Bindung selbst. Keine Übung, keine Schrift, keine Meditation kann hervorbringen, was schon da ist, aber jede kann es aufschieben.
- Nichtzweiheit
- Befreiung vom Leiden
- Selbsterkenntnis
- Bewusstsein
- Erscheinung und Wirklichkeit
- Bindung und Befreiung
- Unwissenheit
- Selbstverwirklichung
- Wissen
- Meditation
- spirituelle Praxis
Ins Gespräch kommen
- Ein König fragt, wie er frei wird, und Sie antworten, er sei es längst. Wenn nichts zu gewinnen ist, was fehlte ihm dann eigentlich?
- Dem König halten Sie vor, schon sein Sitzen in Versenkung sei seine Fessel. Weshalb bindet ausgerechnet die Übung, die befreien soll?
- Wer sich für frei hält, ist frei, wer sich für gebunden hält, ist gebunden. Ist Freiheit demnach nichts weiter als ein Umdenken?
- Lust und Schmerz gehören dem Geist, nicht dem König selbst, lehren Sie ihn. Kann jemand in echter Trauer bloß Zeuge seines Schmerzes sein?
- Nach wenigen Versen ruft Janaka staunend sein grenzenloses Selbst aus. Beweist dieses plötzliche Staunen sein Verstehen, oder ist es eine neue Falle?