Der Glaube als eine Wette, die sich zu setzen lohnt
Wenn die Vernunft nicht entscheiden kann, ob Gott existiert, wie soll ein Mensch, der ohnehin leben muss, seine Wette setzen? Pascal macht aus der Frage des Glaubens eine Berechnung der Einsätze.
Die Wette begegnet dem Ungläubigen auf seinem Boden. Die Vernunft kann nicht entscheiden, ob Gott existiert; die Münze wirbelt, und man muss wetten, denn nicht zu wetten ist selbst eine Wette. Dann wägt er die Einsätze: Glaubst du und hast recht, ist der Gewinn unendlich; glaubst du und hast unrecht, ist der Verlust gering und endlich. Bei solchen Aussichten lehnt nur der Waghalsige ab. Es ist kein Beweis Gottes, sondern ein Beweis, dass es vernünftig ist, auf Gott zu wetten, gerichtet an einen weltlichen Spieler. Pascal wusste, dass sich der Glaube nicht erzwingen lässt, also riet er, zu handeln wie die Gläubigen, bis die Gewohnheit greift.
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Ins Gespräch kommen
- Für jemanden, der sich nicht zum Glauben bringen kann, so sehr er es versucht, was nützt es, zu hören, die Aussichten sprächen dafür, auf Gott zu wetten?
- Die Wette scheint das Vorgeben zu belohnen; würde ein Gott, der den Namen verdient, nicht einen Glauben durchschauen, der nur angenommen wurde, um die Wette zu gewinnen?
- Wie unterscheidet sich deine Wette vom gewöhnlichen eigennützigen Rechnen, eben der Weltlichkeit, die du den Rest des Buches anklagst?
- Du sagst, man müsse wetten, denn die Wahl zu verweigern sei selbst eine Wahl; was gibt ein Mensch preis, wenn er zugibt, dass er nicht neutral bleiben kann?
- Wenn die Vernunft die Frage wahrhaft nicht entscheiden kann, warum sollte ihr Unvermögen, Gott zu beweisen, irgendjemanden zum Glauben treiben statt von beidem fort?