Ren und der Mensch, der zu werden lohnt
Was braucht es, um ganz Mensch zu werden, nicht bloß wohlerzogen? Die Gespräche kehren endlos zu ren zurück, der Menschlichkeit, die sich darin zeigt, wie einer andere behandelt.
Im Mittelpunkt steht ren, Menschlichkeit oder Mitgefühl, das Konfuzius nicht ein für alle Mal bestimmt, sondern jedem fragenden Schüler anders zeigt, weil das, was es fordert, davon abhängt, wer fragt. Es ist nahe: Wolle menschlich sein, und du bist ihm schon nah. Um ren sammeln sich die anderen Zeichen des junzi, Redlichkeit, Aufrichtigkeit, das Rechte um seiner selbst willen zu tun statt um des Vorteils willen, und eine lebenslange Arbeit der Selbstkultivierung und des Studiums, denn Lernen ohne Nachdenken ist vergeudet und Nachdenken ohne Lernen ist gefährlich. Der vorbildliche Mensch tut das Rechte, wenn niemand es belohnt, und misst sich selbst, ehe er andere misst.
- Tugend
- Charakter
- Integrität
- Aufrichtigkeit
- Demut
- Rechtlichkeit
- Selbstbildung
- Lernen
- Erziehung
Ins Gespräch kommen
- Bei einem Menschen, der sich richtig verhält, aber nichts dahinter fühlt — wird er menschlich, oder lernt er nur, so zu scheinen?
- Du bestimmst ren nie endgültig, antwortest jedem Schüler anders; birgt eine Tugend, die mit dem Fragenden wechselt, nicht die Gefahr, nichts Festes zu meinen?
- Wie lässt du einen Menschen die wahre Redlichkeit vom sorgsamen Ruf dessen unterscheiden, der bloß geschickt darin ist, gut zu erscheinen?
- Um das Gute um seiner selbst willen zu verfolgen und nicht um des Vorteils willen, nach welchem weltlichen Lohn darf ein Mensch sein Leben nicht mehr richten?
- Wenn einer danach brennt, sich zu bessern, aber niemanden zum Lernen hat, und ein anderer endlos studiert, ohne nachzudenken — was fehlt jedem?