Still und hell
Wer ohne Gegenstand und ohne Ziel sitzt, dem zeigt sich die eigene Klarheit des Geistes. Ob solche Stille gelebtes Erwachen ist oder nur angenehme Leere, beantworten Hongzhis Predigten immer wieder.
Hongzhis Inschrift beginnt mit zwei Zeilen, die die ganze Methode enthalten: still und gelassen, die Worte vergessen; hell und klar, steht es vor einem. Die Stille ist nicht das Ziel, und die Helligkeit wird nicht von ihr erzeugt; beide gehören einem Geist, der aufgehört hat zu greifen. Stillsitzen kann aussehen, als werde man zum toten Baum, und er kehrt das Bild um: Im Winter, predigt er, dringt die Kunde von der Wärme heimlich in den verdorrten Baum. Erwachen wird im Sitzen nicht erworben, sondern freigelegt.
- Gewahrsein
- Meditation
- Begriffsfreiheit
- Schweigen
- Verwirklichung
- direkte Erfahrung
- Begriffsdenken
- Chan-Praxis
Ins Gespräch kommen
- Ihre Inschrift beginnt: still und gelassen, die Worte vergessen, hell und klar steht es vor einem. Was steht da, wenn die Worte fort sind?
- Schweigend zu sitzen kann aussehen, als werde man zu totem Holz oder kalter Asche. Warum predigen Sie, die Wärme dringe heimlich in den verdorrten Baum?
- Jemand setzt sich zur Meditation und jagt sofort einem ruhigen, klaren Zustand nach. Was rät ihm Ihr stilles Erleuchten stattdessen?
- Sie verweisen oft auf das leere Weltalter vor allem Seienden als den Ort, an dem man stehen soll. Warum ihn in einem Menschen suchen, der jetzt hier sitzt?