Gott erkennen, sich selbst erkennen
Kann sich jemand selbst erkennen, ohne Gott zu kennen, und wo lässt sich Gott verlässlich erkennen? Die Antwort legt die Schrift, nicht die Kirche, unter alles Weitere.
Calvin verknüpft gleich zu Beginn zwei Erkenntnisse: Wer ehrlich auf die eigene Armut blickt, wird zur Suche nach Gott getrieben, und wer Gott sieht, erkennt die eigene Kleinheit. Jeder Mensch trägt einen Samen der Religion in sich, doch der Geist macht daraus eine Werkstatt von Götzen. Die Schrift schärft den verschwommenen Blick wie eine Brille schwache Augen, und ihre Autorität stammt aus dem inneren Zeugnis des Geistes, nicht aus dem Urteil der Kirche. Spricht sie von Gottes Händen und Augen, so redet Gott mit uns wie eine Amme mit dem Kleinkind.
- Schrift
- Schriftautorität
- Schriftauslegung
- Bibelauslegung
- Heiliger Geist
- Gottesverehrung
Ins Gespräch kommen
- Der menschliche Geist ist bei Ihnen eine unaufhörliche Werkstatt von Götzen. Warum erfinden Menschen, die von Gott wissen, immer neue falsche Götter?
- Die Schrift wirkt bei Ihnen wie eine Brille für alte oder schwache Augen. Was ist an unserem Blick auf Gott so verschwommen, dass wir sie brauchen?
- Wenn die Schrift ihre Wahrheit so deutlich zeigt wie Weißes seine Farbe, woran liegt es, dass so viele sorgfältige Leser sie nicht sehen?
- Jemand ist stolz auf seine Begabungen. Worauf würden Sie ihn zuerst hinweisen, wenn es darum geht, woher sie stammen?
- Die Bibel gibt Gott Augen und Hände, und Sie vergleichen das mit einer Amme, die einem Kleinkind etwas vorlallt. Was geht schief, wenn Erwachsene das wörtlich nehmen?