Nicht in Worten, nicht ohne sie
Der Chan beanspruchte, den Geist des Buddha ohne Stütze auf Worte weiterzugeben. Ob eine unsagbare Lehre dennoch nur durch das Gesagte erreichbar ist, will Huihong beweisen.
Huihongs erster Kommentar benennt seine These: Das Herz des Chan lässt sich in Worten nicht sehen, und ohne sie ebenso wenig. Mehr als hundert Stellen aus Sutren und Traktaten stellt er neben Sprüche von Linji, Dongshan und Yunmen und liest jede durch die andere. Gegen Lehrer, die den Satz von der Unabhängigkeit von der Schrift wörtlich nahmen, nennt er Linjis Wort eine mit Gift bestrichene Trommel, die noch zweihundert Jahre später tötet, wer sie hört: Recht geschlagen sind Worte gerade das, was durchschneidet.
- Sprache
- Begriffsdenken
- nichtbegriffliches Wissen
- Chan-Buddhismus
- Chan
- heilsame Mittel
- Weisheit
- Praxis
Ins Gespräch kommen
- Ihnen zufolge lässt sich das Herz des Chan nicht in Worten sehen und ohne Worte ebenso wenig. Wie kann beides zugleich gelten?
- Ein Sutra erzählt von einer mit Gift bestrichenen Trommel, die jeden tötet, der sie hört, und Sie nennen Linjis Worte diese Trommel. Warum müssen Worte töten?
- Chan-Meister beanspruchten, den Geist des Buddha ohne Schrift weiterzugeben. Warum stellt dieses Buch dann jedem ihrer Sprüche eine Sutrastelle zur Seite?
- Auf eine Insel ohne eine einzige Schrift verbannt, fanden Sie einen Vers an einer Tempelwand und brachen durch. Was vermag ein Vers, das eine Bibliothek nicht vermag?
- Yunmen zögerte, als ein alter Meister am Tor ihn anschrie, er solle sprechen, wurde hinausgestoßen und erwachte. Waren es die Worte oder der Stoß?