Das Universum ist die Schrift
Zen-Meister nannten die heiligen Bücher Altpapier. Was eine Religion stattdessen liest, wenn sie ihre eigenen Schriften beiseitelegt, muss Nukariya westlichen Lesern zuerst erklären.
Nukariya stellt den Zen als einzige Religion dar, die ihre Schriften für nicht mehr als Altpapier erklärt, und räumt offen ein, dass die Mahāyāna-Sutren lange nach dem Buddha verfasst wurden. An ihre Stelle tritt ein Sutra so groß wie die ganze Welt: die Sonne, die im Osten aufgeht, der hohe Berg, das tiefe Meer, Tatsachen so vertraut, dass sie niemand bemerkt. Große Menschen von Newton bis Kant, meint er, lasen in der Natur statt in Büchern, und das alte Chan-Motiv von der Predigt der unbelebten Dinge sagt dasselbe.
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Ins Gespräch kommen
- Sie nennen den Zen die einzige Religion, deren Lehrer die eigenen Schriften zu Altpapier erklärten. Was lesen Zen-Mönche stattdessen?
- Die Sonne geht im Osten auf, der Berg ist hoch, das Meer tief: Solche schlichten Tatsachen nennen Sie die Schrift des Zen. Warum übersieht man sie so leicht?
- Sie räumen ein, dass die Mahāyāna-Sutren lange nach dem Buddha geschrieben wurden. Schwächt ein Priester nicht seine eigene Religion, wenn er das westlichen Gelehrten zugibt?
- Ein Chan-Meister wärmte sich an einem kalten Morgen an einer verbrannten hölzernen Buddhastatue, und Sie loben ihn. Welche Ehrfurcht vor dem Buddha bleibt da?
- Jemand meint, sein Glaube hänge an der wörtlichen Wahrheit eines heiligen Buches. Was bietet Ihr Zen einem Menschen, dessen Buch die Gelehrten zerlegt haben?