Der Weg, der sich nicht nennen lässt
Lässt sich vom Ursprung aller Dinge überhaupt sprechen? Das Buch beginnt mit dem Satz, ein Tao (ein Weg), das sich begehen oder benennen lässt, sei nicht das bleibende, und spricht dann einundachtzig Kapitel lang davon.
Das Tao ist, was vor Himmel und Erde da war: still, gestaltlos, die Mutter aller Dinge und ohne Namen, sodass „Tao“ nur eine Bezeichnung aus Verlegenheit ist. Es bringt die Dinge hervor und nährt sie, ohne sie zu besitzen oder zu beherrschen. Sehen, hören und greifen lässt es sich nicht, und sein Nutzen liegt im Leeren: in der Nabe des Rades, im Hohlraum des Tonkrugs, in Tür und Fenstern eines Zimmers. Gegensätze bringen einander hervor, und das Tao kehrt zurück, wenn es sich weit entfernt hat. Wer es kennt, sagt das Buch, redet nicht darüber.
- Tao
- Kosmologie
- Unaussprechlichkeit
- Paradox
- Komplementarität
- Wissen
Ins Gespräch kommen
- Ein Name, der sich nennen lässt, sei nicht der bleibende Name, heißt es zu Beginn. Warum nennen Sie den namenlosen Ursprung der Dinge dann „den Weg“?
- Wer das Tao (den Weg) kennt, redet nicht darüber, und wer redet, kennt es nicht. Was heißt das für dieses Buch?
- Dreißig Speichen treffen sich in einer leeren Nabe, und ein Krug nützt, weil er hohl ist. Warum liegt für Sie der Wert der Dinge im Fehlenden?
- Niemand muss das Haus verlassen, um die Welt zu verstehen, und je weiter einer reist, desto weniger weiß er. Welches Wissen meinen Sie damit?
- Die geringsten Gelehrten lachen laut, wenn sie vom Tao (dem Weg) hören, und sonst wäre es nicht das Tao. Warum ist Spott ein gutes Zeichen?