Freiheit statt der festen Schulbank
Lässt sich ein Kind, das reglos an der Bank sitzt, überhaupt erziehen, oder nur ruhig halten? Montessori setzt die ganze Methode auf die Antwort, dass Ordnung aus freier Tätigkeit entstehen muss.
Die Schule ihrer Zeit, so Montessori, beruht noch immer auf dem Prinzip der Sklaverei: feste Bänke, eigens vermessen, um den Körper stillzuhalten, Preise und Strafen, um die Aufmerksamkeit zu fesseln. Ein so zum Schweigen gebrachtes Kind ist ausgelöscht, nicht diszipliniert. Echte Disziplin ist aktiv, die Selbstbeherrschung eines Kindes, das sich bewegt, wählt und arbeitet. Darum haben die Kinderhäuser leichte Möbel, die ein Kind umwerfen kann, schaffen Preise ab und lehren die Kinder, sich selbst anzuziehen und zu waschen, denn frei ist nur, wer zuerst selbständig ist.
- Freiheitsrecht
- Disziplin
- Unabhängigkeit
- Freiheit
- Belohnung
- Strafe
- Schulmöbel
- Kinesis
- Selbstkontrolle
Ins Gespräch kommen
- Schulkinder, an ihre Bänke geheftet, gleichen für Sie aufgespießten Schmetterlingen im Schaukasten. Was kann eine Lehrerin an einem stillgestellten Kind überhaupt noch beobachten?
- Eine Mutter zieht ihr vierjähriges Kind jeden Morgen selbst an, weil es schneller geht. Warum ist das für Sie die bequemere, geringere Arbeit und keine Güte?
- Ein Junge, ganz in seine Arbeit vertieft, verliert sein Ehrenkreuz aus Silber und betrachtet es gleichgültig. Was verriet Ihnen das über Belohnungen?
- Stühle, die Kinder leicht umwerfen können, machen eine Schule laut. Weshalb soll ein Kind seine Ungeschicklichkeit am Lärm der kippenden Stühle erfahren, statt dass man sie verhindert?
- In Ihrer Übung der Stille verharren Kinder regungslos, bis sie aufgerufen werden. Passt das zu einer Schule, die auf freie Bewegung gebaut ist?