Ein Weg, zwei Lehren
Gelehrte nannten die Lehre Buddhas fremd und für den Staat nutzlos. Ob ein Mönch ihnen aus ihren eigenen Klassikern antworten kann, und was er dafür zeigen müsste, fragt dieses Thema.
Qisong verteidigt den Buddhismus nicht als Rivalen. Die fünf Gebote, argumentiert er, sind die konfuzianischen Grundtugenden unter anderem Namen, das Nicht-Töten ist Menschlichkeit, das Nicht-Stehlen Rechtschaffenheit, und die Weisen, Buddha wie Konfuzius, haben einen Geist und hinterlassen verschiedene Spuren. Das Gebot, nicht zu töten, verlange mehr als den Verzicht auf Fleisch: Es verbiete, irgendetwas Lebendem zu schaden. Han Yu, der den Buddha als Barbaren hingestellt hatte, antwortet er, Buddhas Heimat sei kein Barbarenland gewesen, und Han Yus eigene Schriften lobten Mönche.
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Ins Gespräch kommen
- Han Yu nannte den Buddha einen Barbaren, dessen Weg nicht nach China gehöre. Weshalb antworten Sie, der Weisenkönig Shun sei selbst von den östlichen Stämmen gekommen?
- Ein Gegner sagt, das Buch der Wandlungen und Maß und Mitte lehrten schon die menschliche Natur, China brauche den Buddha also nicht. Was übersieht er?
- Sie schrieben dreißig Stücke gegen Han Yu und vermerken doch, dass seine Schriften Mönche loben. Gilt Ihr Streit dem Mann oder der Art, wie man ihn liest?
- Jemand verzichtet auf Fleisch und hält die Frage des Tötens damit für erledigt. Warum verlangt das Gebot, nicht zu töten, Ihnen zufolge weit mehr?
- Dörfer änderten ihre Sitten, argumentieren Sie, sobald sie hörten, dass Gutes Segen und Böses Strafe bringt. Ist die Furcht vor Folgen ein würdiger Grund für Tugend?