Ein wirklicher Krieg auf einem wirklichen Feld
Einem guten Mann wird befohlen, die eigenen Verwandten zu töten, und die Gita lässt ihn nicht davongehen. Ob eine geistliche Lehre das aushalten kann, ohne ein Gleichnis daraus zu machen, steht hier auf dem Spiel.
Aurobindo verwirft die Lesart, die Kurukshetra zum Gleichnis innerer Seelenkämpfe macht. Der Krieg ist wirklich, argumentiert er, weil das Leben selbst ein Feld ist, auf dem jeder Körper vom Verzehr anderen Lebens lebt, und eine Lehre, die das überginge, hülfe keinem, der handelt. Ebenso hart ist er mit sanfteren Hoffnungen: Auch Seelenkraft zerstört, wenn sie siegt, und die Märtyrer, die für das Christentum siegten, sahen es zur verfolgenden Kirche werden. Arjunas Mitleid ist darum eine Krise, durch die man hindurchmuss, kein Ruheplatz.
- Handlung
- Pflicht
- Dharma
- Menschennatur
Ins Gespräch kommen
- Viele Leser machen aus der Schlacht von Kurukshetra ein Gleichnis für Kämpfe in der Seele. Warum bestehen Sie darauf, dass der Krieg der Gita ein wirklicher ist?
- Arjunas Weigerung, die eigenen Verwandten zu töten, klingt nach Gewissen. Weshalb behandeln Sie sein Mitleid als Krise und nicht als sittlichen Sieg?
- Krishnas erste Antwort an Arjuna beruft sich auf Ehre und Pflicht des Kriegers. Wieso beginnt die eigentliche Lehre der Gita für Sie erst danach?
- Die Seelenkraft der christlichen Märtyrer siegte, bemerken Sie, doch es siegte das Christentum, nicht Christus, und Verfolgte wurden Verfolger. Was lernt daraus, wer für eine gute Sache kämpft?
- Jemandem befiehlt die Pflicht, wovor sein Herz zurückschreckt. Rät die Gita Ihrer Lesart nach zum Gehorsam oder dazu, sich über beides zu erheben?