Tugend im eigenen Haus
Muss ein Mensch Familie und Besitz verlassen, um gut zu sein, oder lässt sich das gute Leben in einem gewöhnlichen Haushalt führen? Der Kural entscheidet für den Haushalt und verlangt ihm dann mehr ab als jede Einsiedelei.
Aṟam, das erste der drei Ziele des Buchs, gehört dem Hausvater: Wer den Gast speist, dem Pilger hilft und eine Familie recht führt, gilt als der Größte unter denen, die nach Erlösung streben, und braucht weder Kutte noch verfilztes Haar. Die Forderungen sind trotzdem hart. Nicht zu töten steht über der Wahrhaftigkeit, auf Fleisch zu verzichten über tausend Feueropfern, und auf eine Kränkung antwortet man mit einer Wohltat, die den Täter beschämt. Wer Heiligkeit nur als Gewand trägt, wird als Vogelfänger im Gebüsch entlarvt.
- Tugend
- Mitgefühl
- Gewaltlosigkeit
- Großzügigkeit
- Integrität
- Selbstkontrolle
- Zorn
Ins Gespräch kommen
- Unter allen, die Erlösung suchen, stellen Sie jene obenan, die ein gutes Familienleben führen. Warum steht der Hausvater über dem Asketen, der alles verlassen hat?
- Eine Unwahrheit, die nur Gutes bewirkt, gilt Ihnen als Wahrheit. Ist eine gütige Lüge dann ehrlicher als eine verletzende Tatsache?
- Jemandem ist schweres Unrecht geschehen, und er will es heimzahlen. Weshalb straft eine Wohltat den Täter härter als jede Rache?
- Auf Fleisch zu verzichten wiegt für Sie mehr als tausend Opfer im heiligen Feuer. Weshalb zählt, was jemand isst, mehr als die großen Riten der Verehrung?
- Wer im heiligen Gewand Böses tut, gleicht einem Vogelfänger, der im Gebüsch lauert. Woran verrät sich ein solcher Mensch?