Kein Erkennen ohne Worte
Gewöhnlich meinen wir, die Dinge zuerst zu erkennen und sie dann zu benennen. Bhartṛhari fragt, ob es umgekehrt ist und ob ausgerechnet die Grammatik der Weg zur höchsten Wahrheit ist.
Es gibt keine Erkenntnis in der Welt, hält das erste Buch fest, die nicht den Worten folgt; alles Wissen erscheint wie von ihnen durchzogen, und selbst das Können eines Kindes beruht auf früher angelegten Eindrücken der Rede. Brahman ist das Wortprinzip ohne Anfang und Ende, das als die vielen Dinge der Welt erscheint, und so wird die Grammatik, die die Rede reinigt, zur Tür der Befreiung. Vernunft hat ihren Platz, doch von der Überlieferung losgelöst heißt sie „trocken“, und trockenes Vernünfteln hätte die grammatische Lehre fast zerstört.
- Sprache
- Kognition
- sprachliche Erkenntnis
- Sprache und Wirklichkeit
- Wahrnehmung
- Grammatik
- sprachliche Konvention
- Konvention
- Bedeutung
- Schall
- Schlussfolgerung
- Existenz
Ins Gespräch kommen
- Keine Erkenntnis kommt nach Ihrer Lehre ohne Worte aus, und alles Wissen leuchtet, als wäre es von ihnen durchwoben. Erfassen wir nichts im Schweigen?
- Ein Kind, das noch nicht spricht, weiß schon, wie man Dinge tut, aus früher angelegten Eindrücken. Zeigt das nicht ein Wissen ohne Worte?
- Brahman, die letzte Wirklichkeit, ist für Sie das Prinzip des Wortes, das als alle Dinge der Welt erscheint. Warum sollte die Wirklichkeit aus Sprache bestehen?
- Die Grammatik ist für Sie eine Tür zur Befreiung und ein Heilmittel gegen die Flecken der Rede. Wie kann das Lernen richtiger Wortformen befreien?
- Rede hat in Ihrer Darstellung drei Stufen, vom gesprochenen Wort über die innere Rede bis zu einem Schauen vor jedem Laut. Was ist Rede, bevor sie klingt?