Keinen Geist haben
Ein Lehrer sagt, er habe keinen Geist, und sein Schüler fragt, wer dann sehe und höre. Ob ein Mensch ohne Geist und doch ganz wach sein kann, und kein Holzklotz, ist das ganze Argument.
Der Dialog legt sein Verfahren gleich offen: Die höchste Wahrheit hat keine Worte, also werden zwei Sprecher eingesetzt, um über den Nicht-Geist zu reden. Nicht-Geist erweist sich nicht als Fehlen von Erfahrung, sondern als Fehlen eines greifenden Geistes dahinter: Sehen und Hören sind selbst Nicht-Geist. Gegen den Vorwurf, das mache den Menschen zu Holz oder Stein, verweist der Lehrer auf die Himmelstrommel, die von selbst tönt, ohne es zu wollen. Verblendung ist ein Seil, das man im Dunkeln für eine Schlange hält; Erwachen ist der Aufgang der Sonne.
- Nicht-Geist
- Nichtzweiheit
- Karma
- Weisheit
- Leerheit
- Bewusstsein
- letzte Wirklichkeit
- Gewahrsein
- konventionelle Wahrheit
- Wahrnehmung
- Praxis
- Reinkarnation
Ins Gespräch kommen
- Der Lehrer in diesem Dialog sagt, er habe keinen Geist, und sein Schüler fragt, wer dann sehe und höre. Was antwortet der Lehrer?
- Auch Holz und Stein haben keinen Geist, wendet der Schüler ein. Warum ist ein Mensch ohne Geist nicht einfach ein Holzklotz?
- Der Lehrer hier vergleicht den Nicht-Geist mit der Himmelstrommel, die von selbst tönt, ohne es zu wollen. Für welche Art von Handeln steht dieses Bild?
- Im Dunkeln hält jemand einen Baumstumpf für ein Gespenst und ein Seil für eine Schlange und erschrickt. Was beendet dem Dialog zufolge diese Angst?
- Wenn überall nur Nicht-Geist ist, fragt der Schüler, dürfte es weder Schuld noch Verdienst geben. Warum werden die Wesen dann immer wieder geboren?