Der Garten als reinste Freude
Wozu ein Garten, und warum stellt Bacon ihn über fast jede andere geschaffene Sache? Hier legt der weltkluge Ratgeber seine Staatskunst nieder, um ein Landstück zu entwerfen, das in jeder Jahreszeit auf Schönheit angelegt ist.
Als einziger unter den achtundfünfzig Essays rät dieser keinem Höfling. Bacon entwirft einen idealen Garten, Landstück um Landstück und Monat für Monat, sodass stets etwas blüht und der Besitzer in eine Art immerwährenden Frühling hinaustritt. Er schrieb aus einem Grund, den er kannte, hatte er doch die Gärten von Gorhambury angelegt und neu gestaltet. Die Gartenkunst, meint er, ist die reinste der menschlichen Freuden und die feinste Erquickung des Gemüts — und er fügt hinzu, ein Fürst werde ein stattliches Haus bauen, ehe er fein zu gärtnern lerne, als wäre der fertige Garten die schwerere Leistung. Die Prosa wandert mühelos zwischen dem Praktischen und dem Sittlichen.
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Ins Gespräch kommen
- Für einen von der Arbeit zermürbten Menschen — was bedeutet es, dass du die Gartenkunst die reinste menschliche Freude und die feinste Erquickung des Gemüts nennst?
- Ist es nicht der Zeitvertreib eines reichen Mannes, einen idealen Garten Landstück um Landstück zu entwerfen — fern von jedem, der sein Brot wirklich verdienen muss?
- Wie unterscheidet sich der Garten, den du entwirfst und der in jedem Monat blühen soll, von einem Garten, der bloß prächtig aussehen will?
- Um einen Garten zu verfolgen, der eine Art immerwährenden Frühling schenkt — welche Geduld und lange Pflege muss ein Mensch dafür geben wollen?
- Was sagt es darüber, wie ein Leben eingerichtet sein sollte, dass du stets etwas Blühendes bereithalten würdest, in das man hinaustreten kann?
- Du sagst, ein Fürst baue ein stattliches Haus, ehe er fein zu gärtnern lerne — wie ist die schwerere Kunst die bescheidenere?