Die Gelehrsamkeit und ihre Feinde
Ist das Streben nach Wissen gefährlich — für den Glauben, den Staat, den Charakter? Bacon nimmt den Vorwurf frontal an und wendet einen Teil davon gegen die Gelehrten selbst.
Das erste Buch antwortet drei Gruppen von Feinden: Theologen, die in der Gelehrsamkeit eine Brutstätte der Gottlosigkeit sahen, Politikern, die meinten, sie mache die Menschen weich für den Staat, und Gelehrten, deren eigene Pedanterie das Wissen in Verruf gebracht hatte. Die ersten beiden weist Bacon zurück, dem dritten gibt er recht und beschuldigt die eitle, wortverhaftete Gelehrsamkeit, das in Misskredit zu bringen, was er fördern will. Die Verteidigung ist an Jakob I. gerichtet, der selbst Bücher schrieb, und deutet die Gelehrsamkeit nicht als Bedrohung von Frömmigkeit und Ordnung, sondern als deren Stütze — sofern sie wirkliche Erforschung der Dinge ist, nicht das leere Gezänk, das ihren Ruf verschuldet.
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Ins Gespräch kommen
- Du verteidigst die Gelehrsamkeit gegen jene, die sagen, sie nähre Gottlosigkeit oder mache weich für den Staat — doch haben kluge Köpfe mit ihr nicht oft Schaden angerichtet?
- Was bietet deine Verteidigung der Gelehrsamkeit einem Menschen, dem man sagt, Studieren sei nutzlos oder, schlimmer, ein Verderb des Charakters?
- Wie unterscheidet sich die Gelehrsamkeit, die du verteidigst, von der Pedanterie, der du vorwirfst, das Wissen in Verruf gebracht zu haben?
- Um die Feinde der Gelehrsamkeit ehrlich zu widerlegen — was müssen ihre Verteidiger zugeben, wie die Gelehrten sie selbst in Misskredit gebracht haben?
- Für jemanden, der das Studium liebt, aber es als nützlich rechtfertigen soll — welche bessere Auskunft über seinen Wert gibst du ihm?