Nichts ist je geboren worden
Alles um uns scheint zu entstehen und zu vergehen. Gauḍapāda fragt, ob irgendeine Erklärung des Entstehens der Prüfung standhält, und antwortet: keine.
Die Gegner deuten die Schöpfung als Entfaltung Gottes, als Traum oder Zauberspiel oder als Ursache, die zu ihrer Wirkung wird. Jede Deutung, argumentiert Gauḍapāda, scheitert an sich selbst: Bringen Ursache und Wirkung einander hervor, zeugt ein Sohn seinen Vater; entstehen sie zugleich, sind sie unverbunden; und das Beispiel von Same und Keim setzt voraus, was es beweisen soll. Dem Herkommen nach wird geboren, in Wahrheit nichts. Das eine Selbst scheint nur geteilt, wie der Raum in Krügen, und wird als vieles vorgestellt, wie ein Seil als Schlange.
- Nicht-Entstandensein
- Verursachung
- kausale Abhängigkeit
- unendlicher Regress
- Geburt
- Erscheinung und Wirklichkeit
- Illusion
- Māyā
- Nichtzweiheit
- Selbst
- Individualität
- Traumgeschehen
- Wacherfahrung
- Existenz
- Realität
- konventionelle Wahrheit
- Argument
- Metaphysik
Ins Gespräch kommen
- Brächten Ursache und Wirkung einander hervor, so argumentieren Sie, dann zeugte ein Sohn seinen eigenen Vater. Was zeigt das über das Geborenwerden überhaupt?
- Entstünden Ursache und Wirkung im selben Augenblick, wären sie so unverbunden wie die beiden Hörner einer Kuh. Was bleibt vom Verursachen, wenn auch keines zuerst da sein kann?
- Kein Vergehen, keine Geburt, niemand gebunden, kein Suchender und kein Befreiter: Das ist in Ihren Versen die höchste Wahrheit. Wozu dann jemanden einen Weg lehren?
- Nicht einmal durch Zauber kann nach Ihrem Argument eine unfruchtbare Frau einen Sohn gebären. Warum schließt das eine Welt aus, die durch Zauber aus dem Nichts entsteht?