Chan auf dem gefährlichen Weg
Daitōs Predigten und Verse sind absichtlich schwer, und zu Hakuins Zeit las sie niemand. Warum ein Lehrer seine Worte zum Dornendickicht macht und warum ein Kommentator sich weigert, es zu lichten, ist die These, auf die Hakuin seine Lesart baut.
Hakuin beginnt mit einem Satz, den er den am schwersten zugänglichen nennt: auf demselben Zweig geboren, nicht auf demselben Zweig sterbend. Solche Worte sind die Reißzähne der Lehre, ein Talisman, der dem Schüler das Leben nimmt. Der alte Meister Yuanwu hatte Verse auf Kōans einen Umweg genannt, über Chan zu reden; Hakuin entgegnet, sie seien der gefährliche Weg, ein goldener Hammer, der jeden zerschlägt, der eine Verwirklichung beansprucht, die er nicht hat. Seine eigenen Kappensätze hinter jeder Zeile Daitōs schärfen die Dornen, statt sie zu erklären.
- Koan
- Koan-Praxis
- Interpretation
- Sprache
- Lehre
- Lehrer-Schüler-Verhältnis
- Überlieferung
- Zen-Dialog
Ins Gespräch kommen
- Yuanwu nannte Verse auf Kōans einen Umweg, über Chan zu reden, und Sie antworten, sie seien der gefährliche Weg. Was macht ein Gedicht gefährlich?
- Daitōs Aufzeichnungen, klagen Sie, lagen wie unverkäufliche Ware im Speicher, Suppe aus Holzbrettern, Reis aus Eisennägeln. Warum willigten Sie ein, sie aufzutischen?
- Hinter jede Zeile Daitōs setzen Sie einen kurzen Kappensatz, der nichts erklärt. Wie hilft einem Schüler ein Kommentar, der nicht kommentieren will?
- Sie schlossen diese Vorträge mit der Anweisung, den Kommentar nach dem Lesen ins Feuer zu werfen. Warum ein Buch schreiben, das verbrannt werden soll?
- Jemand stößt auf einen Satz, den er nicht versteht, und wünscht, dass ein Lehrer ihn erklärt. Warum geben Sie ihm lieber einen schwereren Vers als eine Erklärung?