Einer gezeigt, für alle gemeint
Was gibt einer Frau ohne Gelehrsamkeit und ohne Amt das Recht, weiterzugeben, was sie gesehen hat? Juliana antwortet, die Schau habe nie ihr allein gehört, und sie zurückzuhalten wäre der eigentliche Fehler.
Juliana bestreitet, eine Lehrerin zu sein, und nennt sich ungelehrt, schwach und gebrechlich. Dann fragt sie, ob sie, weil sie eine Frau ist, von Gottes Güte schweigen solle, wo sie doch sah, dass er sie bekannt wissen will. Die Schau mache sie nicht besser als andere, sagt sie, und viele, die nie eine hatten, liebten Gott mehr. Ihre Mitchristen bittet sie, sie selbst zu vergessen und auf das Gezeigte zu sehen. Sie hält auch fest, dass sie das Gesehene zuerst als Irrereden abtat.
- Religiöse Erfahrung
- Nächstenliebe
- Liebe
- Mitgefühl
- Andacht
- Kontemplation
- Glauben
- Tod
Ins Gespräch kommen
- Sie nennen sich ungelehrt, schwach und gebrechlich und fragen dann, ob eine Frau deshalb schweigen müsse. War die Demut ernst gemeint oder die Frage?
- Auf die Frage nach Ihrem Befinden taten Sie die Schauungen des Tages als Irrereden ab. Was sagen Sie jemandem, der seiner klarsten Stunde hinterher misstraut?
- Ihre Mutter wollte Ihnen die Augen schließen, weil sie Sie für tot hielt. Warum steht diese kleine Geste in einem so kurzen Buch?
- Sie wollten wissen, wie es einer Frau ergehen werde, die Sie liebten, und wurden vom Einzelnen aufs Ganze verwiesen. Lenkt die Liebe zu einem einzelnen Menschen ab?
- Die Schau macht Sie nach eigenem Wort nicht gut, und viele ohne jede Schau lieben Gott mehr. Wozu ist eine Schau dann da?