Der ungeschaffene Grund der Seele
Gibt es im Menschen etwas Tieferes als Persönlichkeit, Wille und Gedächtnis, unberührt und ungeschaffen? Eckhart predigt, dass es das gibt — und dass in ihm Gott ewig geboren wird.
In schlichtem Deutsch, Worte schmiedend, die die gesprochene Sprache noch nicht hatte, erzählt Eckhart seinen Hörern von einem Grund der Seele, der ungeschaffen und namenlos ist, weder dies noch das, wo die Seele die bloße Gottheit hinter dem Gott der Namen berührt. Dort, sagt er, wird Gott ewig geboren, und die ganze Aufgabe des Menschen ist es, der leere Ort zu werden, an dem diese Geburt geschehen kann. Dies ist keine seltene Erfahrung für Heilige, sondern die tiefste Struktur jeder Seele. Der Gedanke, vor ungelehrten Menschen gepredigt, beunruhigte seine Prüfer und steht hinter den Sätzen, die Rom im Jahr nach seinem Tod verurteilte.
- Mystik
- Einheit
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Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch ahnt, dass unter all seinen Rollen und Erinnerungen etwas liegt, das er nie berührt hat. Wie würdest du ihn es finden lassen?
- Ist ein namenloser Grund der Seele, der „weder dies noch das“ ist, nicht bloß eine Weise, nichts zu sagen und dabei tief zu klingen?
- Wie unterscheidet sich die Geburt Gottes in der Seele von einem gewöhnlichen Aufwallen religiösen Gefühls?
- Wenn die Seele zum leeren Ort werden muss, an dem Gott geboren wird, welches Gefühl, jemand zu sein, muss ein Mensch dann loslassen?
- Du predigst eine Gottheit hinter Gott, jenseits aller Namen. Löst das nicht gerade den Gott auf, den deine Hörer anzubeten gekommen sind?