Das bist du, ohne Illusion
Wenn das Selbst schlicht Brahman ist und die Vielfalt der Dinge ein Irrtum, dann ist der Satz „das bist du“ um den Preis der Welt wahr. Rāmānuja fragt, ob eine Lesart stimmen kann, die auch die Schrift, aus der sie stammt, zum Teil des Irrtums macht.
Gegen die nicht-dualistische Lesart des Advaita stellt die Abhandlung drei Fragen. Wessen Unwissenheit bringt die Welt hervor, wenn es nur ein aus sich selbst leuchtendes Bewusstsein gibt, das nichts vor sich selbst verbergen kann? Wie sollen die Veden einen Irrtum beseitigen, zu dem sie selbst gehören? Und wer bleibt übrig, um die befreiende Wahrheit zu erkennen, wenn auch der Erkennende zu dem zählt, was sie aufhebt, wie ein Schneidender, den sein eigener Schnitt trifft? Kein Erkenntnismittel, so Rāmānujas Schluss, zeigt je ein Ding ohne Merkmale, und der Ton im Beispiel der Upanishaden macht seine Töpfe erkennbar, nicht unwirklich.
- Schriftauslegung
- Schriftautorität
- Unwissenheit
- Illusion
- Nichtzweiheit
- Bewusstsein
- Wissen
- Realität
- Wahrnehmung
- Erkenntnistheorie
- Identität
Ins Gespräch kommen
- Wenn die Vielfalt der Welt ein Irrtum ist, gehören die Veden und ihre Lehrer dazu. Warum kann ein Irrtum sich nicht selbst heilen?
- Wer träumt und weiß, dass er träumt, kann sich trotzdem fürchten. Was sagt das über die Hoffnung, Leid zu beenden, indem man die Welt für unwirklich erklärt?
- Die Upanishaden selbst nennen Brahman ohne Teile und ohne Eigenschaften. Wie lesen Sie diese Sätze, ohne sie weniger sagen zu lassen, als sie sagen?
- Wenn das Bewusstsein aus sich selbst leuchtet und nichts außer ihm existiert, kann nichts es verbergen. Wessen Unwissenheit brauchen Ihre Gegner dann, damit die Welt erscheint?
- Ein Wissen, das auch den Wissenden aufhebt, gleicht nach Ihren Worten einem Hieb, der den trifft, der ihn führt. Wer bliebe da übrig, um frei zu werden?