Der Entschluss, für andere zu erwachen
Ein guter Gedanke in einem gewöhnlichen Geist ist selten und flüchtig, wie ein Blitz in wolkiger Nacht. Das Gedicht fragt, wie etwas so Geringes ein ganzes Leben zum Erwachen um aller willen tragen kann.
Śāntideva nennt diesen Entschluss bodhicitta, den auf das Erwachen gerichteten Geist, und behandelt ihn als Angelpunkt alles Weiteren. Er ist das Elixier des Alchemisten, das diesen unreinen Leib in das unschätzbare Juwel eines Buddha verwandelt, und ein Menschenleben, das ihn fassen kann, ist eine selten gefundene, leicht vertane Gelegenheit. Das Gedicht beginnt nicht mit einer Lehre, sondern mit einem Gelübde vor den Buddhas, und am Ende dehnt es dieses Gelübde so weit, wie Raum und Welt bestehen.
- Bodhicitta
- Bodhisattva-Gelöbnisse
- Altruismus
- Großzügigkeit
- Verdienst
- menschliches Leben
- Tod
- Glück
- spirituelle Praxis
- Standhaftigkeit
Ins Gespräch kommen
- Ein guter Gedanke zuckt durch einen gewöhnlichen Geist wie ein Blitz in wolkiger Nacht, heißt es in Ihrem Gedicht. Wie kann etwas so Kurzes ein ganzes Leben lenken?
- Der Entschluss, für andere zu erwachen, ist für Sie ein Elixier, das einen unreinen Leib in ein kostbares Juwel verwandelt. Was ändert sich an dem, der ihn fasst?
- Nichts in diesem Gedicht sei neu, räumt sein Anfang ein, Sie schrieben es, um den eigenen Geist zu üben. Was gewinnt ein Fremder, der es liest?
- Ein Menschenleben mit Raum zur Übung ist in Ihrem Gedicht eine selten gefundene, leicht verlorene Gelegenheit. Was sagen Sie jemandem, der das Wichtige immer wieder aufschiebt?
- Durch Gewöhnung, schreiben Sie, braucht man bald sogar das, wovor einem einst beim bloßen Namen graute. Kann auch das Leben für andere so zur Gewohnheit werden?