Verschenkt, dann behütet
Ein Bodhisattva übergibt Leib, Besitz und Verdienst gleich zu Beginn allen Wesen. Das Rätsel, das das Buch durcharbeitet, ist, warum etwas schon Verschenktes danach so sorgfältig geschützt werden muss.
Śāntidevas vierter Vers gibt den Plan vor, und die Kapitel folgen ihm: zuerst die Hingabe von Leib, Gütern und Verdienst an alle, dann deren Schutz, Läuterung und Mehrung. Die zitierten Sūtras begründen die Reihenfolge mit einem Heilbaum, von dem jeder Teil heilt, wer immer ihn nimmt, und dessen Same nicht verbraucht werden darf, bevor der Baum gewachsen ist. So wird der Leib genährt, ausgeruht und wachsam gehalten, nicht aus Eigenliebe, sondern weil er nun anderen gehört. Das eigene Fleisch hinzugeben, ist eine Übung der Gereiften, nie der Anfänger.
- Großzügigkeit
- Nichtanhaften
- Entsagung
- Anhänglichkeit
- Vergänglichkeit
- Bodhisattva-Praxis
- Bodhisattva-Pfad
- Achtsamkeit
- Meditation
Ins Gespräch kommen
- Nach Ihrem Plan für dieses Buch werden Leib, Güter und Verdienst zuerst allen Wesen geschenkt und dann behütet. Warum schützen, was einem nicht mehr gehört?
- Eine von Ihnen gewählte Stelle vergleicht den Leib mit einem Heilbaum, dessen Teile jeden heilen, der sie nimmt. Was folgt daraus für den Umgang mit der eigenen Gesundheit?
- Die Sūtras, die Sie zitieren, preisen sogar die Gabe des eigenen Fleisches, doch Anfänger warnen Sie davor. Kann eine Gabe falsch sein, nur weil sie zu früh kommt?
- Eine Stelle, die Sie aufnehmen, sagt Menschen mit Haus und Familie, jedes Wesen sei einmal ihr Kind gewesen. Was verlangt das von jemandem, der eine Familie ernähren muss?
- Die Schriften, die Sie versammeln, verwerfen das Fleischessen, und doch scheint eine es zu erlauben. Wie bringen Sie als Kompilator beides zusammen?