Die Natur vor Gericht
Kann etwas Lebloses, ohne Wahrnehmung und Wissen, die weise Ursache einer geordneten Welt sein? Die Abhandlung verlangt einen Beweis, wo die Philosophen ihn für überflüssig hielten.
Die Anhänger des Aristoteles machten die Natur zur Quelle von Bewegung und Wachstum: Feuer steigt, Pflanzen nehmen Nahrung auf, Embryonen gewinnen Gestalt, und alles um eines Zieles willen. Dagegen steht hier der Satz, dass zielgerichtetes Handeln einen lebendigen Täter braucht, der den Nutzen kennt, wie der Zimmermann, nicht die Zimmermannskunst. Galen lobt die weise Formung der Zähne durch die Natur und behält absichtliches Handeln doch der Seele vor. Missbildungen und verheerendes Wetter passen schlecht zu einer weisen Natur, und das Lebewesen lenkt seinen Körper mit Diät und Arznei.
- Natur
- Teleologie
- Handlungsmacht
- Verursachung
- Erzeugung
- Biologie
- Beweis
- Konsens
- Handwerk
- Mängel
- Naturübel
- Göttliches Handeln
Ins Gespräch kommen
- Aristoteles meinte, die Natur brauche keinen Beweis, weil alle sie anerkennen. Warum kann für Sie allgemeine Zustimmung nichts wahr machen?
- Feuer steigt, Steine fallen, Pflanzen wachsen, ohne dass jemand es wählt. Weshalb beweist das noch nicht, dass die Natur auf ein Ziel hin wirkt?
- Galen, der griechische Arzt, lobt die Natur für die kluge Formung von Zähnen und Mund, schreibt Absicht aber nur der Seele zu. Wo widerspricht er sich?
- Das Haus baut der Zimmermann, nicht die Zimmermannskunst. Was zeigt dieser Vergleich über die Rede, die Natur bringe Pflanzen und Tiere hervor?
- Lebewesen korrigieren ihren Körper mit Diät und Arznei. Warum ist das für Sie ein Zeichen, dass das Lebewesen die Natur lenkt und nicht umgekehrt?