Die Religion der Menschheit
Kann eine Gesellschaft auf der Wissenschaft allein zusammenhalten, ohne etwas zu verehren? Comte sagt nein und baut eine Religion, deren Gegenstand der Anbetung nicht Gott ist, sondern die menschliche Gattung selbst.
Der Mann, der sechs Bände darauf verwandt hatte, die Religion aus dem Wissen zu verbannen, gründet hier eine. Die Menschheit — das Große Wesen, gebildet aus allen, die gelebt und der Gattung gedient haben — wird zum Gegenstand positivistischer Anbetung, samt Priesterschaft, Sakramenten und einem nach Homer, Aristoteles und Descartes umbenannten Kalender. Comtes Argument ist, dass keine Ordnung auf dem Verstand allein zusammenhält; die Menschen brauchen gemeinsame Ehrfurcht und Ritual, und diese lassen sich ohne das Übernatürliche liefern. Die Wende spaltete seine Anhänger für immer: Mill und Littré bewahrten die Wissenschaft und behandelten die Kirche als Verirrung eines großen Geistes, während die Frommen den Glauben weitertrugen.
- Positivismus
- spirituelle Macht
- Menschheit
- Theologie
- Synthese
- soziale Ordnung
- soziale Regeneration
- Volksmeinung
Ins Gespräch kommen
- Jemand hat seinen Glauben verloren, vermisst aber noch das Ritual und die Ehrfurcht, die er ihm gab — füllt deine Religion der Menschheit diesen Platz?
- Eine Kirche mit Priestern und Sakramenten, aber ohne Gott sieht aus wie die Form der Religion mit herausgeschnittenem Herzen — warum ist sie es nicht?
- Wie unterscheidet sich die Anbetung der Menschheit als Großes Wesen von den abstrakten Wesenheiten, die aufzugeben du uns sechs Bände lang lehrtest?
- Wenn eine Gesellschaft wahrhaft gemeinsame Ehrfurcht braucht, um zusammenzuhalten, welche Hoffnung auf eine allein stehende Vernunft muss ein Positivist aufgeben?
- Ein Mensch kann die guten Menschen ehren, die vor ihm kamen, ohne vor ihnen zu knien — warum muss diese Ehre zur Anbetung werden?