Das Dreistadiengesetz
Wie wird das menschliche Denken erwachsen? Comte behauptet, jeder Zweig des Wissens steige dieselbe Leiter hinauf — von Göttern über abstrakte Wesenheiten zum beobachteten Gesetz — und nur die letzte Sprosse sei reif.
Comtes ordnende These ist, dass jedes Feld des Denkens drei Zustände durchläuft: Es erklärt die Welt erst durch Götter und Geister, dann durch abstrakte Wesenheiten und Kräfte und schließlich allein durch beobachtete Regelmäßigkeiten, was das positive Stadium ist. Die Metaphysik ist ein Übergang, kein Ziel; ihre Abstraktionen sind Gespenster der Theologie, die sie ersetzte. Der positive Geist hört auf zu fragen, warum die Dinge letztlich sind, und fragt nur, wie sie sich verlässlich verhalten. Es ist zugleich eine Theorie der Geistesgeschichte und ein Urteil über sein eigenes Jahrhundert — die Diagnose, dass Europa zwischen dem zweiten Stadium und dem dritten stand und einen Stoß hinüber brauchte.
- Positivismus
- Soziale Evolution
- Geschichte des Denkens
- Theologie
- Metaphysik
- positive Philosophie
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- Modernität
Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch greift noch nach dem letzten Warum, nicht nur dem Wie — sagt ihm dein positives Stadium, dieser Hunger sei eine abzulegende Gewohnheit?
- Ist dein Dreistadiengesetz nicht bloß die Geschichte, die ein selbstsicheres Zeitalter erzählt, um die eigene Denkweise zur letzten zu krönen?
- Was trennt die abstrakten Wesenheiten deines metaphysischen Stadiums von den theoretischen Gebilden, auf die sich eine positive Wissenschaft noch stützt?
- Wenn Reife heißt, die Suche nach letzten Ursachen aufzugeben, welchen Trost muss ein Mensch mit ihr zusammen preisgeben?
- Jemand findet eine nur durch beobachtete Regelmäßigkeiten erklärte Welt kalt und entzaubert — was bietet ihm das positive Stadium im Tausch?