Der Wille im Krieg mit sich selbst
Warum will ein Mensch etwas und tut es doch nicht, gebietet dem eigenen Selbst und stößt auf Verweigerung? Augustinus macht seinen eigenen zerrissenen Willen zum zentralen Rätsel eines Lebens.
Unser Herz ist ruhelos, sagt Augustinus zu Gott, bis es in dir ruht, und die Erzählung verfolgt diese Ruhelosigkeit durch Begierden, die ihn nicht zur Ruhe bringen konnten. Die gestohlenen Birnen sind mit Absicht klein: Ein Knabe nimmt Früchte, die er nicht will, und wirft sie den Schweinen vor, aus Lust am Unrecht selbst, und Augustinus fragt sich unablässig, was das bedeutet. Lange Gewohnheit verhärtet sich zu einer Kette, die kein Vorsatz sprengt, und so will er die Keuschheit und kann sie doch nicht ganz wollen, bis der Mailänder Garten und die Kinderstimme kommen: nimm und lies. Die Wendung schreibt er der Gnade zu, nicht sich selbst.
- Verlangen
- Wille
- Gewohnheit
- Gnade
- Leiden
- Konversion
- Sünde
Ins Gespräch kommen
- Für einen Menschen, der genau weiß, was er tun sollte, und sich doch nicht dazu bringen kann — was sagt ihm dein zerrissener Wille, was da geschieht?
- Du verweilst bei gestohlenen Birnen, die du nicht einmal wolltest — heißt eine ganze Sündentheologie auf einen Knabenstreich zu bauen nicht, eine Kleinigkeit bis zum Zerreißen zu überdehnen?
- Wie unterscheidet sich die Ruhelosigkeit, die nach dir nur Gott stillen kann, von gewöhnlicher Unzufriedenheit, die ein Wandel der Umstände heilen könnte?
- Kam die entscheidende Wendung durch Gnade und nicht durch eigene Mühe — was verlangt das von einem strebenden Menschen, nicht mehr als eigene Leistung zu beanspruchen?
- Wenn eine Gewohnheit sich zu etwas verhärtet hat, dem sich ein Mensch machtlos fühlt — bietet ihm dein eigener langer Kampf mehr als den Rat zu warten?