Gott und die Seele erkennen, nichts sonst
Was, wenn alles, was ein Mensch zu verstehen braucht, auf zwei Dinge hinausläuft, Gott und die eigene Seele? Augustinus setzt das als sein einziges Ziel und weigert sich, es auszuweiten.
Auf ein Landhaus zurückgezogen, noch vor seiner Taufe, erfindet Augustinus einen Dialog mit niemandem als seiner Vernunft, die ihn befragt und keine Antwort stehen lässt. Gefragt, was er wissen will, sagt er es zu Beginn: Gott und die Seele, und nichts weiter. Von dort drängt ihn die Vernunft zu zwei Schlüssen, die er noch nicht sichern kann, dass die Wahrheit besteht und nicht vergehen kann, und dass die Seele, die sie ergreift, ebenso wenig vergehen kann. Die Untersuchung ist nach innen gewandt; es geht nicht darum, die Welt zu überschauen, sondern die Aufmerksamkeit des Geistes auf sein Vermögen zu richten, das Ewige zu erkennen.
- Seele
- Wille
- Liebe
- Verlangen
- Wahrheit
- Erkenntnistheorie
- Falschheit
- Unsterblichkeit
Ins Gespräch kommen
- Für einen Menschen, der zwischen hundert Fragen umhertreibt — was würdest du zu deiner Behauptung sagen, dass nur zwei, Gott und die Seele, das Verfolgen wert sind?
- Alles Fragen auf Gott und die Seele zu verengen scheint der Welt den Rücken zu kehren, die ein Leben doch tatsächlich formt; warum weigerst du dich, es auszuweiten?
- Wie unterscheidet sich die Selbsterkenntnis, die du durch das Befragen deiner eigenen Vernunft suchst, von der gewöhnlichen Innenschau, die meist nur Stimmungen und Erinnerungen zutage fördert?
- Um nur Gott und die Seele zu verfolgen, welche anderen Güter und Neugierden muss ein Mensch bewusst beiseitelegen?
- Du inszenierst das Buch als Kreuzverhör durch deine Vernunft; was lernt ein Mensch durch das Befragen seiner selbst, das kein Lehrer ihm geben könnte?