Krieg, gemessen an seinem politischen Zweck
Wozu wird ein Krieg geführt, und wer entscheidet, wie weit er gehen darf? Clausewitz antwortet: Das Maß des Kampfes liegt im politischen Zweck, dem er dient, niemals in ihm selbst.
Krieg setzt in dieser Sicht den politischen Verkehr eines Staates mit anderen Mitteln fort, und darum lässt sich kein Feldzug an seinen eigenen Maßstäben messen. Sein Maß ist der politische Zweck, dem er dient, und dieser Zweck entscheidet, wie weit der Kampf gehen soll. Damit wird die Kriegführung der Politik verantwortlich und nicht allein dem Handwerk des Soldaten. Als Clausewitz das Manuskript versiegelte, hielt er nur das erste Kapitel des Ersten Buches für fertig; dennoch ist dies der zentrale Gedanke aller acht Bücher.
- Krieg
- Kriegsführung
- Militärtheorie
- Militärstrategie
- Strategie
- Sieg
Ins Gespräch kommen
- Liefert die Bindung des Krieges an die Politik das Leben der Soldaten nicht einfach dem aus, was Politiker gerade wollen?
- Wenn ein Sieg nur so viel zählt wie der Zweck, dem er dient, was bleibt dann vom Stolz eines Soldaten aufs Gewinnen?
- Der Krieg ist Ihnen zufolge eine wunderliche Dreifaltigkeit: Hass des Volkes, Spiel des Feldherrn mit dem Zufall, Vernunft der Regierung. Warum darf keines davon fehlen?
- Ist die Politik die Intelligenz des Staates, so erhält der Krieg von ihr seinen Charakter. Was für einen Krieg bringt eine zaghafte Politik hervor?
- Napoleon zog nach Moskau, um den Zaren zum Frieden zu zwingen, wie frühere Siege andere Kaiser dazu gezwungen hatten. Warum hing der ganze Feldzug an dieser Hoffnung?