Lieber kein Lehrer als ein falscher
Ohne wahren Lehrer, sagt Dōgen Anfängern, sei es besser, gar nicht zu lernen. Was einen Lehrer wahr macht und was der Schüler mitbringen muss, ist die schärfste These dieser Ratschläge.
Ein Schüler gleicht gutem Holz, ein Lehrer einem Zimmermann: Feines Holz bleibt schlicht ohne geschickte Hand, krummes Holz zeigt in guten Händen wunderbare Arbeit. Den wahren Lehrer erkennt man nicht an Alter oder Rang, sondern daran, dass er die wahre Lehre und die Bestätigung eines Meisters besitzt; Gelehrsamkeit und Klugheit kommen danach. Japans Lehrer, wirft Dōgen ihnen vor, verteilen gute Arznei, ohne zu sagen, wie man sie nimmt. Der Anteil des Schülers ist Empfänglichkeit: Körper und Geist eins, die Lehre aufnehmend, wie Wasser von einem Gefäß in ein anderes gegossen wird.
- Lehrer
- Lehrer-Schüler-Verhältnis
- Überlieferung
- Abstammungslinie
- Empfänglichkeit
- Lernen
- Verstehen
- Glauben
Ins Gespräch kommen
- Ohne wahren Lehrer, sagen Sie Anfängern, sei es besser, gar nicht zu lernen. Ist ein schlechter Lehrer wirklich schlimmer als keiner?
- In Ihrem Bild ist der Schüler Holz und der Lehrer Zimmermann, und krummes Holz zeigt in guten Händen feine Arbeit. Warum zählt die Hand mehr?
- Japans Lehrer, werfen Sie ihnen vor, verteilen gute Arznei, ohne zu sagen, wie man sie nimmt. Was machten sie Ihrer Ansicht nach falsch?
- Ein Anfänger vergleicht ständig, was ein Lehrer sagt, mit dem, was er am Vorabend gelesen hat. Was verlangen Sie von einem Schüler, der lernen will?
- Ein Wort eines treuen Ministers kann den Himmel wenden, schreiben Sie, doch nur ein weiser Herrscher hört es. Ist dann der Schüler schuld, wenn die Lehre nicht greift?