Den Vorwurf der Skepsis umkehren
Wer verliert wirklich die Welt — der Mann, der an die Materie glaubt, oder der, der sie bestreitet? Berkeleys kühnster Zug ist, die Skepsis dem Gegner anzuheften.
Den Prinzipien war man mit Spott begegnet und mit dem Vorwurf, ihr Verfasser sei ein Skeptiker. In den Dialogen kehrt Berkeley diesen Vorwurf um: Es ist Hylas, der Gläubige der Materie, der am Ende nicht sagen kann, die Welt sei wirklich farbig oder warm oder überhaupt da, weil er die Wirklichkeit hinter einen unerkennbaren stofflichen Schirm gestellt hat. Philonous, der Immaterialist, bewahrt jedes gewöhnliche Ding genau so, wie es scheint. So ist die widersinnig scheinende Lehre, meint Berkeley, die nüchterne Verteidigung des gesunden Menschenverstands, und der Glaube an die Materie ist der Weg in den Zweifel. Die Umkehrung ist der ganze rhetorische Motor des Buches.
- Skepsis
- Materialismus
- Gesunder Menschenverstand
- Immaterialismus
- Idealismus
- Metaphysik
- Realität
Ins Gespräch kommen
- Du beharrst darauf, dass der Gläubige der Materie, nicht du, zum Skeptiker wird — doch die Materie zu bestreiten klingt nach der kühneren Behauptung, wie ist das gerecht?
- Was bietet es einem Menschen, der fürchtet, die Philosophie löse die wirkliche Welt auf, zu hören, der Immaterialismus bewahre jedes gewöhnliche Ding genau so, wie es scheint?
- Wie unterscheidet sich die Stellung des Philonous von eben der Skepsis, in die zu fallen er Hylas vorwirft?
- Um dir zu folgen und den Vorwurf der Skepsis umzukehren, welche Annahme, der Materie zu trauen sei die sichere, nüchterne Ansicht, muss man fallen lassen?
- Für jemanden, der meint, an der Materie zu zweifeln sei ein rascher Weg, an allem zu zweifeln, wohin führt nach deinem Dialog dieser Weg wirklich?