Der Fluss vor der Haustür und sein Gedächtnis
Was können zwei Wochen auf einem trägen Fluss wenige Meilen von zu Hause einem Reisenden zeigen? Thoreau findet an seinen Ufern die Maifische, die Grenzkriege und die ganze Spanne der Geschichte.
Thoreau verlässt Neuengland nie und hält das auch nicht für nötig. Die Grenze zur Wildnis, schreibt er, liegt überall dort, wo ein Mensch einer Tatsache gegenübertritt. Auf dem Concord ergreift er Partei für die Maifische, die das Wehr bei Billerica aussperrt, und fragt, wer die Fische hört, wenn sie schreien. Auf dem Merrimack erzählt er die Grenzkriege nach: Hauptmann Lovewells Zug gegen die Indianer und Hannah Dustan, die mit zehn Skalpen heimpaddelt. Die Geschichte schrumpft unterwegs. Sechzig alte Frauen, Hand in Hand, reichten seiner Rechnung nach von Eva bis zu seiner eigenen Mutter.
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Ins Gespräch kommen
- Ein Wehr sperrte die Maifische aus Ihrem Fluss aus, und Sie fragen, wer die Fische hört, wenn sie schreien. Was schulden Menschen einem Fisch?
- Die gefangene Siedlerin Hannah Dustan tötete zehn schlafende Indianer und paddelte mit deren Skalpen heim. Weshalb erzählen Sie ihre Geschichte ohne Lob und ohne Tadel?
- Sechzig alte Frauen, Hand in Hand, reichten Ihrer Rechnung zufolge von Eva bis zu Ihrer eigenen Mutter. Was macht dieses Bild mit unserer Ehrfurcht vor der Geschichte?
- Jemand hat eine Woche und einen trägen Fluss nahe dem eigenen Haus. Warum liegt die Grenze zur Wildnis für Sie dort und nicht im fernen Westen?
- Sie trauern um die Indianer, denen dieser Fluss gehörte, und bescheinigen dem weißen Siedler doch Beharrlichkeit und Gerechtigkeit. Auf wessen Seite stehen Sie?