Eine Burg aus klarem Kristall
Wenn Gott in der Mitte der Seele wohnt, warum verbringen so viele Menschen ihr Leben außerhalb der eigenen Mauern? Die äußeren Räume antworten mit Gebet und einem ehrlichen Blick auf sich selbst.
Die Seele, schlägt Teresa vor, ist eine Burg aus einem einzigen Diamanten oder sehr klarem Kristall, mit vielen Räumen um eine Mitte, in der Gott wohnt. Jemanden hineinzubitten, wo er schon ist, klingt widersinnig, räumt sie ein, und doch bleiben viele Seelen beim Ungeziefer an den Außenmauern. Die Tür ist das Gebet, die erste Arbeit die Selbsterkenntnis, denn wir wissen kaum, wer wir sind. Die Sünde verdunkelt die Sonne in der Mitte nicht. Sie wirft ein schwarzes Tuch über den Kristall, und das Licht dringt nicht mehr durch.
- Selbsterkenntnis
- Demut
- Sünde
- Seele
- Gebet
- Aufmerksamkeit
- Einbildungskraft
- Versuchung
Ins Gespräch kommen
- Die Seele ist für Sie eine Burg aus klarem Kristall mit Gott in der Mitte. Warum muss man jemanden bitten, dort einzutreten, wo er schon ist?
- Ein Mensch, ganz in weltliche Geschäfte vertieft, hat noch nie nach innen geschaut. Warum wird er dem Ungeziefer an den Burgmauern immer ähnlicher?
- Wenn die Sünde nur ein schwarzes Tuch über den Kristall wirft und die Sonne in der Mitte nie verdunkelt, warum gewinnt eine solche Seele dann gar nichts?
- Wenn beim Beten die Gedanken weiterklappern wie eine Mühle, weshalb raten Sie, sie klappern zu lassen, statt gegen sie anzukämpfen?
- Wer weder Vater noch Heimat nennen könnte, gälte als Tor. Weshalb schämen wir uns nicht, so wenig über die eigene Seele zu wissen?