Warum Tod und Götter nichts zu fürchten sind
Die zwei großen Schrecken, das Sterben und die göttliche Strafe, vergiften ein Leben, ehe sie je eintreffen. Epikur räumt beide durch Beweis beiseite, damit der Geist zur Ruhe kommen kann.
Zwei Schrecken werden gelöst. Zuerst der Tod: Er ist nichts für uns, denn solange wir sind, ist er nicht da, und wenn er kommt, sind wir nicht mehr da — darum fürchtet der Weise das Sterben nicht und klammert sich auch nicht ans Leben. Dann die Götter: Sie sind selig und ungestört und haben kein Interesse, uns zu strafen oder zu belohnen, also gibt es nichts zu besänftigen. Sie zu klären lässt Ataraxie zurück — einen Geist, der die Gegenwart nicht mehr in Furcht vor dem verbringt, was ihn nicht berühren kann.
- Tod
- Furcht
- Gemütsruhe
- Theologie
- Zufall
- Göttliche Natur
- Schicksal
Ins Gespräch kommen
- Für jemanden, dem die Todesfurcht jeden guten Tag verdüstert — genügt der Beweis, der Tod sei nichts für uns, wirklich, um sie zu heben?
- Zu sagen, der Tod könne uns nicht berühren, weil wir nicht da sein werden, übergeht den Verlust all dessen, was wir lieben — wie ist das kein Wortspiel?
- Wie unterscheidet sich der Friede, den du bietest, von bloßer Resignation, davon, dass jemand sich einfach zwingt, den eigenen Tod gleichgültig hinzunehmen?
- Um frei von der Furcht vor den Göttern zu sein — welche Hoffnung, die Götter könnten eines Tages etwas für einen tun, muss man aufgeben?
- Du sagst, die Götter sind, kümmern sich aber nicht um uns — was hält einen Menschen aufrecht, der lange Trost schöpfte, behütet zu sein?