Die Hand vor dem Gehirn
Was machte aus einem Affen einen Menschen — ein anschwellender Geist oder arbeitende Hände? Engels kehrt die gewohnte Reihenfolge um und macht die Arbeit, nicht das Denken, zum Schöpfer unserer Art.
Die einzige kühne Behauptung dieses Fragments ist, dass die Arbeit, nicht das Gehirn, den Menschen gemacht hat. Die Affen stiegen von den Bäumen und richteten sich auf; die freigewordene Hand ergriff Werkzeuge; geschickte Hände wurden fähiger und gaben ihre Fertigkeit weiter; und die gemeinsame Arbeit gab den Geschöpfen etwas zu sagen, sodass die Sprache und erst dann das vergrößerte Gehirn der arbeitenden Hand folgten, statt ihr voranzugehen. Der Geist ist so das Erzeugnis gesellschaftlicher Arbeit, nicht ihre Ursache. Gegen jede Darstellung, die von einem überlegenen Verstand ausgeht, wurzelt Engels den Menschen in dem, was seine Arbeit aus ihm gemacht hat.
- Arbeit
- Evolution
- Menschliche Evolution
- Werkzeuggebrauch
- Sprache
- Bewusstsein
- Materialismus
- Verkörperung
- Mensch-Tier-Unterscheidung
Ins Gespräch kommen
- Einem Menschen wird gesagt, er sei sein Geist — was sagt ihm Ihre These, die Arbeit habe uns gemacht, darüber, wer er ist?
- Die Hand zum Schöpfer des Geistes zu machen, tauscht nur eine grobe Ursache gegen eine andere — warum ist die Arbeit ein weniger willkürlicher Anfang als das Gehirn?
- Wie würden Sie die Arbeit, die uns wahrhaft zu Menschen machte, von dem bloßen Werkzeuggebrauch trennen, den auch manche Tiere zustande bringen?
- Ist der Geist das Erzeugnis gesellschaftlicher Arbeit und nicht ihre Ursache — welches schmeichelhafte Bild der menschlichen Vernunft muss ein Leser ablegen?
- Jemand findet Sinn in dem Gedanken, dass seine Arbeit ihn geformt und nicht nur beschäftigt hat — meinen Sie das damit, dass die Arbeit uns macht?