Die Methode gegen das System
Wie kann eine Philosophie zugleich fertig und falsch sein und doch den revolutionärsten Gedanken ihrer Zeit enthalten? Engels spaltet Hegel in zwei und behält nur die Hälfte, die gegen ihn wirkt.
Hegels System, argumentiert Engels, war geschlossen, vollständig und darum falsch — ein Anspruch auf endgültige Wahrheit, den kein wachsendes Wissen einlösen konnte. Doch seine Methode war der revolutionäre Teil: die Sicht der Wirklichkeit als eines Prozesses, in dem nichts dauerhaft oder heilig ist, alles entsteht und vergeht. System und Methode liegen im Streit, und die Methode untergräbt das geschlossene Gebäude, das sie beherbergt. Engels’ Zug besteht darin, das konservative System zu verwerfen und die Dialektik zu retten, Hegels eigenes Werkzeug gegen Hegel zu wenden. Es ist der erste Schritt auf dem Weg, der ihn und Marx ganz aus dem deutschen Idealismus herausführte.
- Dialektik
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- Geschichte des Denkens
- Erkenntnistheorie
- Historischer Materialismus
Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch klammert sich an eine Weltsicht, weil sie vollständig und abgeschlossen wirkt — wovor warnt ihn Ihre Trennung von Hegels Methode und System?
- Hegels Methode zu behalten und sein System zu verwerfen, sieht aus, als bediene man sich nach Belieben — was macht das ehrlich statt bequem?
- Wie unterscheiden Sie die lebendige Methode einer Philosophie von dem toten System, in das sie gehüllt ist, ehe Sie schon Partei ergriffen haben?
- Ist im Denken nichts dauerhaft oder heilig und muss jedes System vergehen — welchen Wunsch nach einer endgültigen, ruhenden Wahrheit muss ein Denker aufgeben?
- Jemand behandelt seine Überzeugungen als fest und ewig — warum bestehen Sie darauf, dass die Wirklichkeit als Prozess diese Haltung unhaltbar macht?