Eine Konföderation, die den Krieg beendet
Könnten sich die Souveräne Europas zu einem Bund verbinden, der Krieg zwischen ihnen unmöglich macht? Rousseau fasst den Fall neu und findet seine Logik nahezu unwiderleglich.
Rousseau übernimmt den lebenslangen Entwurf des Abbé de Saint-Pierre und legt eine ständige europäische Konföderation dar: bindende Schlichtung jeder Streitigkeit und gemeinsame Gewalt, gegen jeden Fürsten gekehrt, der den Frieden bricht. Nach dem Muster des Gesellschaftsvertrags, auf die Ebene der Staaten gehoben, gewänne jeder Souverän mehr Sicherheit, als er aufgibt. Rousseau legt den Plan überzeugender dar, als es sein Verfasser je vermochte, und gesteht zu, dass die Vernunft ihn voll billigt — das Argument geht, auf seine eigenen Bedingungen genommen, auf. Die Schwierigkeit, die er sich für andernorts aufspart, ist nicht, dass der Entwurf unhaltbar wäre, sondern dass er von Fürsten verlangt, ihn zu wollen.
- Föderation
- Frieden
- Kollektive Sicherheit
- Völkerrecht
- Souveränität
- Diplomatie
- Internationale Beziehungen
- Föderalismus
- Krieg und Frieden
- Machtgleichgewicht
- Politische Autorität
Ins Gespräch kommen
- Jemand glaubt gar nicht mehr, dass Frieden zwischen Nationen möglich ist — was in deiner Konföderation soll dieser Verzweiflung antworten?
- Ist ein Bund, der Souveräne durch gemeinsame Gewalt bindet, nicht bloß ein weiteres Reich, das die Sprache des Friedens trägt?
- Wie unterscheidet sich der Vertrag, den du unter Fürsten vorschlägst, von dem Gesellschaftsvertrag, den du unter gewöhnlichen Menschen zogst?
- Was müsste jeder Souverän aufgeben, ehe die Sicherheit, die dein Bund bietet, den Preis wert sein könnte?
- Du nennst die Logik des Plans nahezu unwiderleglich — was macht ein Leser mit einem Argument, das überzeugt und nichts ändert?