Was eine Regierung rechtmäßig macht
Der Mensch ist frei geboren und liegt doch überall in Ketten — was könnte je den Gehorsam des einen gegenüber dem anderen rechtmäßig machen statt bloß erzwungen? Rousseau sucht den einen Grund, der hält.
Jede Ordnung, die Rousseau sah, stützte die Herrschaft auf etwas, das ihr Gewicht nicht tragen konnte — Gewalt, Eroberung, das Recht des Stärkeren oder Gott. Keines macht aus Macht eine Verpflichtung, denn Übermacht schafft keine Pflicht. Seine Antwort ist ein Bund unter Gleichen, in dem jeder, indem er sich allen gibt, sich niemandem gibt und einen Anteil an einer gemeinsamen Souveränität zurückerhält. Die Rechtmäßigkeit kommt nicht daher, wer herrscht, sondern aus einer Übereinkunft, die die Beherrschten vernünftig wollen könnten. Es ist die Frage, mit der das westliche politische Denken beginnt, und Rousseaus Fassung setzte die Bedingungen jedes Streits nach ihm neu.
- Autorität
- Politische Legitimität
- Gesellschaftsvertrag
- Souveränität
- Recht
- Gerechtigkeit
- politische Theorie
- politische Philosophie
- Politische Autorität
Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch gehorcht Gesetzen, die er nie wählte, und spürt täglich ihr Gewicht — wann wird nach deiner Darstellung dieser Gehorsam rechtmäßig?
- Du sagst, Übermacht schaffe kein Recht, doch jeder Staat, der besteht, begann in Eroberung — ist rechtmäßige Herrschaft nicht eine Geschichte, die wir hinterher erzählen?
- Wie unterscheidet sich der Bund, den du vorschlägst, von dem des Hobbes, wo Menschen ihre Macht einem Souverän geben und nicht zurücknehmen können?
- Wenn keine vergangene Übereinkunft uns binden kann und die Rechtmäßigkeit neu gewollt werden muss, welche Sicherheit über den Staat muss ein Bürger aufgeben?
- Jemand sieht hinter seiner Regierung keinen Bund, nur Gewohnheit und Gewalt — was bräuchte es, dass er ihr wirklichen Gehorsam schuldet?