Kraft, in Schönheit gehalten
Japan schien Tagore sich die Natur zu eigen gemacht zu haben, indem es sie liebte, statt sie zu erobern. Ob diese Gabe den Wettlauf der Modernisierung übersteht, ist die Sorge seines Abschieds.
Was Tagore rühmte, war nicht Japans Tüchtigkeit, sondern seine Haltung. Buddhistische Priester bringen einem Fremden auf einem belebten Bahnhof Früchte und Weihrauch; ein Volk kennt die Sprache der Linien und Farben der Natur aus Mitgefühl, nicht aus Analyse. Europa, sagt er, erlebe die Welt als Kampf, der durch Eroberung zu bändigen sei, Japan dagegen bringe ihr Gaben der Liebe dar. Die Natur bewahre ihre Kraft in Formen der Schönheit, tätig und doch in Ruhe, und Japan habe diese Zucht in Jahrhunderten der Selbstbeherrschung gelernt, verwurzelt in Maitri, der Freundschaft mit Menschen und Natur.
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Ins Gespräch kommen
- Auf einem belebten Bahnhof brachten Ihnen buddhistische Priester Früchte und Weihrauch, weil Sie aus dem Land des Buddha kamen. Wieso übertönte ihr Schweigen für Sie alle Zeitungen?
- Die Japaner hätten die Geheimnisse der Natur nicht durch Analyse erfahren, sondern durch Mitgefühl, sagen Sie. Was weiß Mitgefühl von der Natur, das der Analyse entgeht?
- Die Natur bewahrt ihre Kraft in Formen der Schönheit, schreiben Sie, tätig und doch in Ruhe. Was gewänne ein Volk, das seine eigene Stärke so bewahrt?
- Ein Fremder, dem man den Reichtum eines anderen Landes zeigt, mag Neid oder Demütigung empfinden. Wieso lädt ihn dessen Schönheit, wie Sie erfuhren, stattdessen zur Mitfreude ein?
- Sie rechnen damit, man werde Ihnen vorhalten, ein Besucher von wenigen Wochen idealisiere, was er sieht. Warum sollte man dem Bild eines durchreisenden Gastes von Japan trauen?