Beobachten, bevor man glaubt
Lassen sich Aussagen über die Seele prüfen wie Aussagen über die Sterne? Alles, was das Buch von seinen Schülern verlangt, hängt daran, ob das möglich ist.
Vivekananda behandelt Religion als Wissenschaft mit einem eigenen Instrument: Der gesammelte Geist leistet für die Innenwelt, was das Teleskop für den Himmel leistet. Gegen Wissenschaftler, die Berichte vom Außergewöhnlichen abtun, ohne sie zu untersuchen, und gegen Gläubige, die sie Engeln oder Göttern zuschreiben, hält er fest, dass solches Wissen aus einem überbewussten Zustand im Geist selbst stammt. Wer ungeschult hineingestolpert ist, warnt er, kam mit Wahrheiten zurück, die mit Aberglauben vermischt waren. Echte Inspiration widerspricht der Vernunft nie, besteht er, sondern vollendet sie.
- Religion
- Wahrnehmung
- Wissen
- Erkenntnistheorie
- Vernunft
- Bewusstsein
- Samadhi
Ins Gespräch kommen
- Ein Astronom braucht ein Teleskop, ein Chemiker ein Labor, und ebenso die Religion, sagen Sie. Mit welchem Instrument erforscht man die Seele?
- Wissenschaftler, die Wunderberichte ungeprüft abtun, wirken vorbildlich nüchtern. Weshalb halten Sie das für ebenso unwissenschaftlich wie blinden Glauben?
- Tiefschlaf und Samadhi, der Zustand jenseits des Denkens, lassen beide das Denken hinter sich. Warum kehrt nur aus einem ein Narr als Weiser zurück?
- Geistheiler, Spiritisten und Gesundbeter hantieren Ihrer Ansicht nach mit einer Kraft, die sie nicht verstehen. Worauf sind sie gestoßen?
- Propheten, die ungeschult in Zustände jenseits der Vernunft gerieten, brachten Ihnen zufolge Wahrheit mit Aberglauben vermischt zurück. Woran unterscheidet man Inspiration von Halluzination?