Wissen aus Ursachen
Wann verschafft ein Argument Wissen und nicht bloß gut begründete Meinung? Averroes macht die Antwort zur obersten Sprosse einer Leiter, unter der jede andere Art des Schließens steht.
Die Kommentare zur Hermeneutik und zur Ersten Analytik zeigen, wie Aussagen sich zu gültigen Schlüssen verbinden; die zur Zweiten Analytik, der mittlere und der große, sagen, welche Schlüsse Wissen ergeben. Averroes' Antwort ist der Beweis: ein Schluss aus Prämissen, die wahr, gewiss und früher als die Folgerung sind, über einen Mittelbegriff, der zugleich die Ursache der Sache ist. Solche Prämissen lassen sich nicht alle wieder beweisen, also ruht Wissen auf ersten Prinzipien, die ohne Beweis erfasst werden. Alles andere, so überzeugend es sei, bleibt hinter dem Wissen zurück.
- Demonstration
- syllogistische Logik
- Verursachung
- Logik
- Definition
- Notwendigkeit
- Mittelbegriff
- Prädikation
- Syllogismus
- Modallogik
- Wissen
- Universalien
- Prämissen
- unendlicher Regress
- Konversion
- Wesensprädikation
- Erkenntnistheorie
- Erste Prinzipien
- Widerspruch
- Negation
Ins Gespräch kommen
- Ihrem Kommentar zur Zweiten Analytik zufolge heißt etwas wissen, seine Ursache wissen. Warum ist es noch kein Wissen, nur zu wissen, dass etwas so ist?
- Jeder Beweis ruht auf Prämissen, die selbst eines Beweises zu bedürfen scheinen. Wo endet diese Kette in Ihrem großen Kommentar zur Zweiten Analytik?
- Ein Beweis hängt Ihrer Erklärung nach an einem Mittelbegriff, der die beiden Enden des Schlusses verbindet. Warum soll diese Verbindung zugleich die Ursache der Sache sein?
- Jemand ist sich einer Überzeugung sicher, kann aber nicht sagen, warum sie wahr sein muss. Wäre das nach Ihrer Lehre vom Beweis Wissen?