WerkBoethius

Wie die Substanzen in dem, was sie sind, gut sein können, obwohl sie kein substantiell Gutes sein können

Wie kann ein Ding gut sein, bloß indem es ist, wenn die Güte selbst Gott ist und das Ding nicht Gott? Boethius beantwortet es in Axiomen, wie die Geometrie.

von Boethius7 Passagen vorhanden

  • Englisch, eine hier vorhandene Übersetzung
Originaltitel
Quomodo substantiae in eo quod sint bonae sint cum non sint substantialia bona
Erstveröffentlichung
(mit 43 Jahren)
Originalsprache
Latein

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Überblick

Die Frage, die dieser kurze Traktat beantwortet, ist ein echtes Rätsel, und Boethius stellt sie genau: Wie können geschaffene Dinge gut sein, einfach indem sie sind, wenn die Güte selbst Gott ist und sie offenkundig nicht Gott sind? Um sie zu beantworten, tut er etwas für ein theologisches Stück Ungewöhnliches — er legt eine Reihe von Axiomen zugrunde, gemeinsame Grundbegriffe, die er den Leser wie in der Geometrie zuzugestehen bittet, und schließt von ihnen Schritt für Schritt. Die Lösung dreht sich um eine Unterscheidung, die er scharf zieht: Das erste Gute ist gut durch sein eigenes Sein, während alles andere gut ist durch Teilhabe, gut, weil sein Dasein selbst aus jenem ersten Guten strömt und ohne es nichts wäre. Die Methode — Theologie geführt als eine Kette von Beweisen aus gesetzten Axiomen — zählte so viel wie die Schlussfolgerung. Thomas von Aquin hielt den Traktat eines eigenen vollständigen Kommentars für wert, nahm sein Problem sieben Jahrhunderte später auf und trieb die Analyse weiter.

Schlüsselbegriffe

Welches Rätsel will dieser Traktat lösen?

Wie geschaffene Dinge gut sein können, einfach indem sie existieren, wenn die Güte selbst Gott ist und sie nicht Gott sind. Wäre ein Ding gut, bloß indem es ist, und hieße gut sein Gott sein, so schiene jedes Ding Gott zu sein, was widersinnig ist. Boethius stellt das Problem scharf und widmet das Stück seiner Lösung, ohne den Geschöpfen ihre Güte abzusprechen oder sie göttlich zu machen.

Was ist der Unterschied zwischen dem ersten Guten und den anderen Gütern?

Das erste Gute, Gott, ist gut durch sein eigenes Sein; seine Güte und sein Dasein sind eins. Alles andere ist gut durch Teilhabe: Ein geschaffenes Ding ist gut, weil sein Dasein selbst von jenem ersten Guten herrührt und ohne es nichts wäre. So sind Geschöpfe echt gut, doch ihre Güte ist empfangen und abhängig, nie ihre eigene in der Weise, in der Gottes es ist.

Warum argumentiert Boethius aus Axiomen wie ein Geometer?

Er beginnt damit, gemeinsame Grundbegriffe zugrunde zu legen, selbstverständliche Grundsätze, die er den Leser wie Axiome in der Geometrie zuzugestehen bittet, und schließt dann Schritt für Schritt zu seiner Folgerung. Es ist eine ungewöhnliche Methode für ein theologisches Werk, und der Zweck ist Strenge: eine Beweisführung aus gesetzten ersten Grundsätzen statt aus Schrift oder Autorität. Die Methode erwies sich als so einflussreich wie die Folgerung.

Warum ist dieser Traktat trotz seiner Kürze wichtig?

Er ist der rein philosophischste von Boethius' theologischen Stücken, aus Vernunft allein statt aus Offenbarung argumentiert, und seine Lehre von der Güte durch Teilhabe floss unmittelbar in die mittelalterliche Metaphysik ein. Seine Bedeutung misst sich an seinen Lesern: Thomas von Aquin nahm sein Problem sieben Jahrhunderte später auf und schrieb einen vollständigen Kommentar dazu, der die Analyse von Teilhabe und Sein noch weiter trieb.

Themen des Buches

Worauf dieses Buch immer wieder zurückkommt, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Textes jedes einnimmt.

Gut, bloß indem es existiert

Wie können geschaffene Dinge gut sein, bloß indem sie sind, wenn die Güte selbst Gott ist und sie offenkundig nicht Gott sind? Boethius beantwortet das Rätsel in Axiomen und schließt wie ein Geometer.

Boethius stellt das Rätsel scharf: Wäre ein Ding gut, bloß indem es existiert, und wäre die Güte selbst Gott, so schiene jedes existierende Ding Gott zu sein, was widersinnig ist. Ungewöhnlich für ein theologisches Stück legt er gemeinsame Grundbegriffe zugrunde, Axiome, die er den Leser wie in der Geometrie zuzugestehen bittet, und schließt Schritt für Schritt. Die Lösung dreht sich um eine Unterscheidung. Das erste Gute ist gut durch sein eigenes Sein; alles andere ist gut durch Teilhabe, gut, weil sein Dasein aus jenem ersten Guten strömt und ohne es nichts wäre. Die Methode zählte so viel wie die Antwort, und Aquin hielt sie eines eigenen vollständigen Kommentars für wert.

  • Güte
  • Teilhabe
  • Substanz
  • Sein
  • Teleologie
  • Göttliche Einfachheit
  • Metaphysik
  • Verursachung
  • Handlung

In diesem Werk

Passagen vorhanden
7
eigenständige Begriffe
23
nach vorhandenen Passagen, korpusweit
Nr. 289

Was dieses Buch zusammen denkt

Jeder Bogen am Rad ist ein Begriff dieses Buches. Ein Band verbindet zwei, nach denen der Text gemeinsam greift; seine Breite zeigt, wie viele seiner Passagen beide enthalten. Am stärksten: Güte mit Substanz.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 3 Konzepte, verbunden durch 2 Paarungen. 4 gemeinsame Passagen insgesamt.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
GüteSubstanz2
GüteTeilhabe2

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  3. 520 Wie die Substanzen in dem, was sie sind, gut sein können, obwohl sie kein substantiell Gutes sein können (Quomodo substantiae in eo quod sint bonae sint cum non sint substantialia bona) du bist hier LAEN
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  5. 524 Trost der Philosophie (Consolatio Philosophiae) (De Consolatione Philosophiae)

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