Der Glaube schlicht dargelegt, ohne die Logik
Wie sieht die christliche Geschichte aus, gerade durcherzählt, ohne jedes Argument? Boethius legt den Gehalt des Glaubens dar, von der Schöpfung und dem Sündenfall bis zur Kirche, als Bekenntnis statt als Beweis.
Lange bezweifelt, der seine zu sein, trägt er nichts von der logischen Maschinerie, die die anderen kennzeichnet, keine Axiome, keine Analyse der Begriffe, keinen genannten Gegner, sondern läuft schlicht durch den Bogen des christlichen Glaubens: Schöpfung, Sündenfall, die lange Geschichte von Gottes Handeln, die Menschwerdung, die Erlösung und die Kirche. Seine Schlichtheit selbst weckte den Verdacht einer anderen Hand; ein früher Katalog seiner Schriften nennt die anderen Traktate, diesen aber bezeichnenderweise nicht. Seine Rückkehr in die Reihe ruht auf der Handschriftenüberlieferung und dem Urteil, der Stil sei der seine. Es ist eine Erklärung des Glaubens, nicht eines der Argumente, auf denen sein Ruf ruht.
- Gnade
- Schöpfung
- Inkarnation
- Heil
- Auferstehung
- Erbsünde
- Geschichte
- Heilsgeschichte
- Prophezeiung
- jungfräuliche Geburt
- Allegorie
Ins Gespräch kommen
- Für einen Menschen, der die ganze christliche Geschichte nachvollziehen kann und doch von keinem Argument gezwungen wird: Was verlangt ein schlichtes Bekenntnis wie dieses von ihm?
- Überall sonst bestehst du darauf, eine Lehre halte nur, wenn ihre Begriffe festgenagelt sind; warum hier den Glauben ganz ohne Argument darlegen?
- Wie unterscheidet sich, den Glauben schlicht zu bekennen, von der Schöpfung bis zur Kirche, davon, ihn zu beweisen, wie deine anderen Traktate es versuchen?
- Den ganzen Bogen vom Sündenfall bis zur Erlösung als eine zu empfangende Geschichte zu nehmen statt als eine zu beweisende, was muss ein denkender Geist dafür ablegen?
- Leser haben Jahrhunderte bezweifelt, dass diese kahle Erklärung überhaupt deine ist; muss ein Glaubensbekenntnis das Zeichen eines Philosophen tragen, um schreibenswert zu sein?