WerkGeorg Wilhelm Friedrich Hegel

Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse III: Die Philosophie des Geistes

Hegels Darstellung des Geistes — von der erwachenden Seele über das Bewusstsein bis zu Kunst, Religion und Philosophie — der dritte Teil der Enzyklopädie, verdickt durch die Zusätze seiner Herausgeber.

von Georg Wilhelm Friedrich Hegel936 Passagen vorhanden

  • Englisch, eine hier vorhandene Übersetzung
Originaltitel
Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse
Erstveröffentlichung
(mit 47 Jahren)
Originalsprache
Deutsch

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Überblick

Nummerierte Paragraphen, einige nicht länger als ein Satz, tragen hier das Argument: Hegel baute dieses Buch als Rückgrat einer Vorlesung, ein Skelett, das er mündlich ausfüllen wollte. Es bildet den dritten und letzten Teil seiner Enzyklopädie, des einbändigen Abrisses seines ganzen Systems, den er 1817 als Lehrtext herausgab und 1827 und 1830 umarbeitete. Der Gegenstand ist der Geist — von seinen dumpfesten Regungen bis zu seiner höchsten Reichweite verfolgt: die Seele, die in Empfindung und Gewohnheit erwacht, dann das Bewusstsein, dann der Geist, der sich selbst weiß; von dort nach außen in Recht, Moralität und Staat; und auf dem Gipfel Kunst, Religion und Philosophie, die Formen, in denen der Geist erfasst, was er ist. Der englische Leser hält ein Kompositum in Händen. Die maßgebliche Übersetzung trägt die Zusätze — lange Ergänzungen, die Hegels Herausgeber nach seinem Tod aus studentischen Nachschriften bauten und unter seine eigenen gedrängten Paragraphen setzten —, sodass die flüssigen Passagen, die ein Leser am meisten genießt, oft nicht von Hegels eigener Hand stammen. Die Kapitel über den Staat und über die Weltgeschichte pressen Argumente zusammen, die Hegel in eigenen Vorlesungen ausführlich gab. Am besten überlebt die frühe Strecke über den verkörperten Geist: Seele, Gewohnheit, der Leib als erstes Werkzeug des Geistes. Philosophen des Geistes, die behaupten, das Denken sei mit dem Haben eines Leibes verwoben, sind zu genau diesen Abschnitten zurückgekehrt und haben sie aus dem System gehoben, das sie beherbergt.

Schlüsselbegriffe

Was bedeutet Geist in diesem Buch?

Geist — im Englischen als spirit oder mind wiedergegeben — ist Hegels Name für das ganze Leben des Denkens, von der dumpfesten Empfindung eines Geschöpfs bis hinauf zur selbstbewussten Vernunft und ihren gemeinsamen Werken. Er ist kein Gespenst in einem Leib, sondern die Tätigkeit des Geistes, der sich selbst durchsichtig wird. Das Buch zeichnet seine Stufen: den subjektiven Geist im Einzelnen, den objektiven Geist in den Institutionen und den absoluten Geist in Kunst, Religion und Philosophie.

Was meint Hegel hier mit der Seele?

Die Seele ist der Geist auf seiner niedrigsten Stufe, noch in die Natur getaucht — die Ebene des Gefühls, des Temperaments und des leiblichen Lebens vor einer klaren Spaltung zwischen einem Selbst und seinen Gegenständen. Sie ist noch nicht Bewusstsein. Durch die Gewohnheit ergreift die Seele ihren eigenen Leib und macht ihn zu einem brauchbaren Werkzeug, und erst dann erhebt sich der Geist zum eigentlichen Bewusstsein. Die Seele ist so der natürliche Boden, von dem aus der Geist sich emporarbeitet.

Was sind die Zusätze, und warum sind sie wichtig?

Die Zusätze sind lange Ergänzungen, die Hegels Herausgeber nach seinem Tod aus studentischen Nachschriften bauten und unter seine eigenen knappen Paragraphen setzten. Die maßgebliche englische Übersetzung trägt sie, sodass die fließenden, gut lesbaren Passagen, die ein Leser am meisten genießt, oft nicht von Hegels eigener Hand stammen. Dies zu wissen ist wichtig: Der flüssige Text ist ein Kompositum, und die Gelehrten wägen die Zusätze der Herausgeber anders als die nummerierten Paragraphen, die Hegel tatsächlich schrieb.

Was ist der absolute Geist?

Der absolute Geist ist der Gipfel von Hegels Darstellung — die Formen, in denen der Geist seine eigene Natur erfasst: die Kunst, die den Sinnen die Wahrheit zeigt; die Religion, die sie in Gefühl und Vorstellung hält; und die Philosophie, die sie im Denken begreift. Sie sind gestuft, wobei die Philosophie am höchsten steht, weil sie in Begriffen erfasst, was die anderen im Bild und im bildhaften Gefühl darbieten. Hier kommt der ganze Aufstieg des Buches an.

Was ist der objektive Geist?

Der objektive Geist ist die mittlere Region, in der der freie Wille aus dem Einzelnen in eine gemeinsame Welt hinaustritt: Recht, Moralität, Familie, bürgerliche Gesellschaft und Staat. Die Freiheit wird hier in Institutionen verwirklicht, statt bloß innerlich gefühlt zu werden. In diesem Buch ist die Behandlung gedrängt — die volleren Argumente leben in Hegels eigenen Vorlesungen über Recht und Weltgeschichte —, doch sie bezeichnet den Übergang vom privaten Geist zu den öffentlichen Formen, die die Freiheit annimmt.

Themen des Buches

Worauf dieses Buch immer wieder zurückkommt, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Textes jedes einnimmt.

Der Aufstieg des Geistes

Ist der Geist eine feste Ausstattung, die ein Geschöpf einfach hat, oder etwas, zu dem der Geist sich erst emporarbeiten muss? Hegel verfolgt ihn von den dumpfesten Regungen der Seele bis zum Denken, das sich selbst weiß.

Dieser dritte und letzte Teil der Enzyklopädie folgt dem Geist durch einen stufenweisen Aufstieg: die Seele, die in Empfindung und Gewohnheit erwacht, dann das Bewusstsein, das einem Gegenstand gegenübertritt, dann der Geist, der sich als denkend erfasst. Jede Ebene ist kein gesondertes Vermögen, sondern eine Stufe in einer Selbstentwicklung, die zu vollerer Selbstdurchsichtigkeit getrieben wird. Gegen eine Psychologie, die bloß die Seelenkräfte inventarisiert, stellt Hegel den Geist als eine Leistung mit einer Logik und einem Ziel dar. Weil das Buch als Rückgrat einer Vorlesung gebaut war, tragen seine nummerierten Paragraphen das Argument in gedrängter Form, dazu bestimmt, mündlich ausgefüllt zu werden.

  • Pneuma
  • Subjektivität
  • Bewusstsein
  • Vermittlung
  • Teleologie
  • Einheit
  • Totalität
  • Kognition
  • Psychologie
  • Gedanke

Der Leib als erstes Werkzeug des Geistes

Wie fasst der Geist überhaupt in einem lebendigen Leib Fuß? Hegels Darstellung von Seele, Gewohnheit und Verkörperung ist die Strecke des Buches, zu der spätere Philosophen des Geistes zurückkehrten.

Die frühen Abschnitte behandeln die Seele als Geist, noch in die Natur versenkt, und die Gewohnheit als die Weise, in der der Geist von seinem eigenen Leib Besitz ergreift und die Glieder zu einem geschmeidigen Werkzeug macht. Hier überlebt das Buch am besten: Philosophen, die behaupten, das Denken sei mit dem Haben eines Leibes verwoben, haben diese Passagen aus dem System gehoben. Hegel lässt den Leib nicht für den reinen Intellekt zurück; er zeigt den Geist als etwas, das erst verkörpert sein muss, ehe es sich befreien kann, sodass die Natur der Boden ist, den der Geist bearbeitet, statt ihm zu entfliehen.

  • Psychologie
  • Natur
  • Endlichkeit
  • Bewusstsein
  • Subjektivität
  • Individualität
  • Kognition

Verwirklichte Freiheit und die höchsten Formen des Geistes

Was ist die Freiheit, wenn nicht bloß tun, was man will? Hegel macht sie zum Geist, der sich selbst objektiv wird — draußen in der Welt des Willens und der Institutionen und oben in Kunst, Religion und Philosophie.

Der Geist bleibt nicht subjektiv. Der freie Wille verwirklicht sich nach außen in Recht, Moralität und Staat — der objektive Geist —, wo die Freiheit zu einer gemeinsamen Welt wird statt zu einem privaten Gefühl. Auf dem Gipfel steht der absolute Geist: Kunst, Religion und Philosophie, die Formen, in denen der Geist endlich erfasst, was er ist, jede angemessener als die vorige. In diesem Buch pressen die Kapitel über den Staat und über die Weltgeschichte Argumente zusammen, die Hegel anderswo ausführlich gab, sodass die Darstellung ein Skelett ist. Die Freiheit ist hier nicht das In-Ruhe-gelassen-Werden, sondern der Geist, der sich in dem erkennt, was er geschaffen hat.

  • Freiheit
  • Wille
  • Objektivität
  • Universalität
  • Teleologie
  • Individualität
  • Pneuma

In diesem Werk

Passagen vorhanden
936
eigenständige Begriffe
954
nach vorhandenen Passagen, korpusweit
Nr. 24

Was dieses Buch zusammen denkt

Jeder Bogen am Rad ist ein Begriff dieses Buches. Ein Band verbindet zwei, nach denen der Text gemeinsam greift; seine Breite zeigt, wie viele seiner Passagen beide enthalten. Am stärksten: Logik mit Syllogismus.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 8 Konzepte, verbunden durch 24 Paarungen. 246 gemeinsame Passagen insgesamt. 76 schwächere Paarungen reichen über diese Konzepte hinaus und werden nicht gezeichnet.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
LogikSyllogismus25
BegriffObjektivität22
ObjektivitätSubjektivität22
ObjektivitätTeleologie20
LogikVermittlung18
SyllogismusVermittlung14
LogikUniversalität11
BegriffTeleologie10
BegriffLogik9
ObjektivitätVermittlung9
TeleologieVermittlung9
BegriffVermittlung8
SubjektivitätTeleologie8
SubjektivitätUniversalität8
ObjektivitätSyllogismus7
LogikObjektivität6
LogikSubjektivität6
SyllogismusUniversalität6
BegriffSyllogismus5
LogikTeleologie5
ObjektivitätUniversalität5
SyllogismusTeleologie5
BegriffSubjektivität4
BegriffUniversalität4

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