Die Metaphysik wieder öffnen, die Kant geschlossen hatte
Nachdem Kant die Vernunft in die mögliche Erfahrung eingezäunt hat — gibt es für das Denken noch einen Weg zum Sein, oder muss jeder solche Versuch Schein hervorbringen? Hegel setzt darauf, dass das reine Denken, sich selbst überlassen, es vermag.
Kant hatte die alte Metaphysik für erledigt erklärt: Eine Vernunft, die über die Erfahrung hinaus nach dem Sein greift, erzeuge Schein. Hegel wollte diesen Zaun niederreißen, und dies ist der Abriss. Sein Einsatz ist, dass das reine Denken, ohne jede äußere Stütze aus der Erfahrung verfolgt, seine eigenen Kategorien in strenger Ordnung entfaltet und so eine echte Wissenschaft dessen zurückgewinnt, was ist. Gegen die formale Logik, die nur das richtige Schließen regelt, und gegen Kants Grenzen bietet er eine Logik, die zugleich Metaphysik ist — die Selbstentwicklung des Denkens ist die Selbstentwicklung der Wirklichkeit. Es verlangt ungeheure Geduld; die Leser nennen es die große Logik, um seinen Umfang zu bezeichnen.
- Logik
- Metaphysik
- Methodologie
- Begriff
- Universalität
- Notwendigkeit
- Bestimmung
- Grund
- Totalität
Ins Gespräch kommen
- Für einen Menschen, dem man sagt, die Metaphysik sei tot und unbeantwortbar — was heißt es, dass das reine Denken dennoch das Sein erreichen kann?
- Kant zeigte, dass die Vernunft Schein hervorbringt, sobald sie die Erfahrung verlässt — was macht dich sicher, nicht bloß den Schein wieder aufgebaut zu haben, den er entlarvte?
- Wie unterscheidet sich die Logik dieses Buches von der formalen Logik, die uns nur sagt, wie man richtig schließt?
- Um dem Denken zu folgen, das ohne Hilfe der Erfahrung seine eigenen Kategorien ableitet — welche Gewohnheit, sich auf das Gegebene zu stützen, muss ein Leser ablegen?
- Was gewinnt ein Denker aus der ungeheuren Geduld, die dieses Buch verlangt, das ein rascheres Argument ihm nie geben könnte?