Die Geschichte als Weitung der Freiheit
Hat die Geschichte eine Richtung, oder ist sie bloß eines nach dem anderen? Hegel liest sie ganz als das langsame Wachstum des Bewusstseins der Menschheit, dass sie frei ist.
Das Buch treibt eine einzige weitausgreifende Behauptung voran: Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit. Sie geht von den alten Reichen, in denen einer frei ist, über Griechenland und Rom, wo einige frei sind, zu einer modernen Welt, in der die Freiheit im Grundsatz allen gehört. Die Freiheit ist hier kein natürliches Geburtsrecht, das schon besessen wird, sondern etwas, als das der Geist sich erst erkennen muss, erarbeitet durch Aufstieg und Fall ganzer Kulturen. Das machte die Vorlesungen zu dem einen Buch Hegels, das Leser erreichte, die die Logik nie aufschlügen, und die Unmittelbarkeit, die dieses Publikum gewann, ist nun das, was den heftigsten Angriff auf sich zieht.
- Geschichte
- Freiheit
- Pneuma
- Bewusstsein
- Subjektivität
- Vernunft
- Rationalität
- Staat
- Souveränität
Ins Gespräch kommen
- Für das eigene Freiheitsgefühl eines Menschen — was heißt es, dass die Freiheit etwas ist, dessen die Menschheit sich erst langsam bewusst werden musste?
- Die ganze Geschichte als einen einzigen Marsch zur Freiheit zu lesen sieht nach Wunschdenken aus — wieso ist es nicht bloß Hoffnung im Gewand der Geschichte?
- Wie unterscheidet sich die Freiheit, die die Geschichte verwirklicht, nach deiner Darstellung davon, einfach in Ruhe zu tun, was man will?
- Um die Freiheit als eine über Jahrhunderte erarbeitete gemeinsame Leistung zu sehen — welcher Glaube an die Freiheit als natürliches Geburtsrecht muss beiseitegelegt werden?
- Für jemanden, der spürt, dass die Welt nur schlimmer wird — was bietet deine Behauptung, die Freiheit habe sich geweitet, und wie würdest du sie verteidigen?