Leben unter anderen
Wie bleibt jemand frei für Gott, der auf engem Raum mit Menschen lebt, die er sich nicht ausgesucht hat? Indem er jedes Ärgernis als Werkzeug eines Handwerkers nimmt und die Angelegenheiten anderer ruhen lässt.
Die Vorsichtsregeln rüsten ein Ordensmitglied gegen drei Feinde, mit je drei Regeln. Gegen die Welt: alle gleich lieben, auch die Verwandten, nichts besitzen und nie bereden, was in der Gemeinschaft vorgeht, denn Lots Frau drehte sich um und wurde zur Salzsäule. Gegen den Teufel, der Fromme mit scheinbar Gutem versucht: nichts Gutes außerhalb des Gehorsams tun. Gegen das Fleisch: jeden Mitbruder, der einen prüft, an sich arbeiten lassen wie Polierer, Maler und Vergolder an einer Statue.
- Loslösung
- Demut
- Gehorsam
- Gemeinschaft
- Einsamkeit
- Schweigen
- Versuchung
- Abtötung
- Selbstverleugnung
- geistliche Zucht
- Unterscheidungsvermögen
- geistliche Begleitung
Ins Gespräch kommen
- In Ihren Vorsichtsregeln soll jeder Mitbruder, der uns prüft, an uns arbeiten wie der Polierer an einer Statue. Warum gerade die willkommen heißen, die einem zusetzen?
- Ihre erste Vorsichtsregel verlangt, die eigenen Verwandten nicht mehr zu lieben als Fremde. Wie kann weniger Liebe zur Familie ein Schritt zu mehr Liebe zu Gott sein?
- Lots Frau blickte nach Sodom zurück und erstarrte zur Salzsäule. Inwiefern begeht ihren Fehler, wer in seiner Gemeinschaft ständig beobachtet, was andere falsch machen?
- Eine Nonne schreibt über außergewöhnliche Erfahrungen in ihrem Gebet, und Sie raten, ihr das Schreiben zu untersagen. Warum soll ihre Demut die Probe sein, nicht diese Erfahrungen?
- Jemand hält nur die geistlichen Übungen ein, die ihm gefallen, und lässt die unangenehmen still fallen. Warum wird so jemand laut Ihren Vorsichtsregeln nie über seine Eigenliebe hinauskommen?