Der Weg, der Nichts heißt
Was muss ein Mensch aufhören zu wollen, bevor Gott ihn erfüllen kann? Jedes Begehren, dem er zustimmt, wie klein es auch sei, denn schon das kleinste hält die Seele am Boden.
Gemeint sind nicht die natürlichen Regungen, sondern die Begierden, denen der Mensch zustimmt, und sie ermüden, quälen, verfinstern, beflecken und schwächen die Seele. Wer eine nährt, gleicht einem Hungernden, der Wind schluckt. Die Größe rettet keine: Ein Vogel am dünnen Faden kommt so wenig los wie einer am Strick. Daher der Satz zu Johannes' Bergskizze: Um alles zu besitzen, wolle nichts besitzen. Schädlich ist das Wollen, nicht das Ding, das eine freie Seele durchaus behalten darf.
- Loslösung
- Verlangen
- Anhänglichkeit
- Selbstverleugnung
- Tugend
- Demut
- Wille
- spirituelle Praxis
- Spiritualität
Ins Gespräch kommen
- Ein Vogel an einem dünnen Faden kommt so wenig los wie einer am Strick, sagen Sie. Warum wiegt eine so kleine Anhänglichkeit so schwer?
- „Um alles zu besitzen, suche nichts zu besitzen“, lautet einer Ihrer Leitsätze für den Aufstieg. Warum soll, wer nichts will, am Ende alles haben?
- Jemand jagt einem Verlangen nach dem anderen nach und wird nie satt. Was macht ihn einem Hungernden gleich, der Wind hinunterschluckt?
- Wenn nicht der Besitz der Seele schadet, sondern nur das Begehren, kann dann ein Reicher Ihren Weg des Nichts gehen, ohne etwas zu verkaufen?
- Bevor Jakob zum Altar in Bethel hinaufstieg, musste sein Haus die fremden Götter wegwerfen. Welche Götter sind das in einer Seele?