Das Epos recht gelesen
Kann eine Kriegserzählung Schrift sein, gewichtiger als die Veden? Nur, antwortet Madhva, für einen Leser, der weiß, was verderbt ist und in welcher Weise jede Stelle spricht.
Das Epos, warnt Madhva, sei mit eingeschobenen, gestrichenen und verschobenen Versen zu ihm gelangt, und so will er Handschriften aus vielen Gegenden verglichen haben und durch Vishnus Gnade schreiben. Sein erstes Kapitel legt die Regeln fest. Von den Göttern gegen die Veden gewogen, erwies sich das Epos als schwerer. Seine Sprache wirkt auf drei Weisen, und eine Stelle, die Vishnu zu mindern scheint, ist mittelbar gemeint. Nach innen gelesen sind die Pāṇḍavas Tugenden und ihre Feinde die fehlgeleiteten Sinne, und jede Zeile weist auf Vishnu.
- Schriftautorität
- epische Erzählung
- Wissen
- Kosmologie
- Ritual
Ins Gespräch kommen
- Gleich zu Beginn warnen Sie, das Mahābhārata sei mit eingeschobenen, gestrichenen und verschobenen Versen auf uns gekommen. Woran erkennt man, welche Zeilen dem Epos selbst gehören?
- In Ihrem Gedicht legen die Götter das Epos gegen die Veden auf eine Waage, und das Epos wiegt schwerer. Wodurch kann eine Erzählung die ältesten heiligen Texte überwiegen?
- Sie wollen Handschriften aus vielen Gegenden verglichen haben und durch Vishnus Gnade schreiben. Was hat das letzte Wort, wenn beides auseinandergeht?
- Eine Leserin liebt das Epos wegen seiner todgeweihten Helden und ihres Kummers. Was entgeht ihr Ihrer Ansicht nach, wenn sie an der Oberfläche der Geschichte bleibt?
- Nach innen gelesen sind die Pāṇḍava-Brüder bei Ihnen Tugenden und ihre Feinde die fehlgeleiteten Sinne. Was wird auf diese Weise aus dem großen Krieg?