Eine Kaiserin und ihre Experimentatoren
Was soll eine Herrscherin mit Gelehrten anfangen, die sich wegen ihrer Instrumente nicht einig werden? Die Erzählung legt die Frage einer Kaiserin vor, die jedes Glas ihrer Welt zerbrechen lassen kann.
Kaum auf dem Thron, ordnet die Kaiserin ihre halb tierischen Untertanen in gelehrte Gesellschaften und befragt sie der Reihe nach. Die Bärenmenschen, ihre Experimentalphilosophen, richten Fernrohre auf die Sterne und werden sich nicht einig, was sie sehen. Sie nennt die Gläser falsche Zeugen und befiehlt, sie zu zerbrechen. Die Bärenmenschen knien nieder und bitten, sie behalten zu dürfen, denn sie hätten mehr Freude an künstlichen Täuschungen als an natürlichen Wahrheiten, und sie gibt nach. Später rät die Herzogin, die Gesellschaften ganz aufzulösen: Wo Gelehrsamkeit sei, gebe es Streit, und eine ruhige Regierung zähle mehr als ihre Berichte.
- Naturphilosophie
- wissenschaftliche Instrumente
- wissenschaftlicher Dissens
- Technik
- Wissen
- Erkenntnistheorie
- Erziehung
- Vernunft
Ins Gespräch kommen
- Ihre Kaiserin befiehlt, die Fernrohre zu zerbrechen, weil ihre Bärenmenschen, die Experimentatoren jener Welt, sich über das Gesehene nicht einigen. Warum trifft die Schuld das Instrument?
- Die Experimentatoren der Kaiserin flehen, ihre Gläser behalten zu dürfen, und gestehen, künstliche Täuschungen freuten sie mehr als natürliche Wahrheiten. Warum lassen Sie die Kaiserin nachgeben?
- Bärenmenschen experimentieren, Vogelmenschen betreiben Astronomie, Papageien- und Elsternmenschen Redekunst und Logik. Was sagen Sie über eine Wissenschaft, indem Sie sie einem Tier zuteilen?
- Als Herzogin in der Geschichte raten Sie, alle gelehrten Gesellschaften aufzulösen, denn wo Gelehrsamkeit sei, gebe es Streit. Ist ein ruhiger Staat mehr wert als Wissen?
- Jemand vertraut einer Messung, weil ein Instrument sie geliefert hat. Was würde Ihre Kaiserin, die Fernrohre falsche Zeugen nennt, diesen Menschen zuerst fragen?